Australien 2007 - Wieder daheim und Ende
Erlebt am 30. November 2007 – Heimkehr
Doch unter einem guten Stern
Ist man zuhause, vergisst man gerne und schnell, was beschwerlich war. Dennoch möchte ich hier auch noch kurz erzählen, wie unser Heimflug verlief.
Wir hatten grosses Glück, denn das Flugzeug war wohl höchstens zu zwei Dritteln besetzt. So standen uns zu zweit drei Sitze zur Verfügung. Ein hervorragender Service an Board und vor allem auch eine topmoderne Maschine versüssten uns zusätzlich die Reise. So konnte ich mir über einen USB-Anschluss auf dem Bordbildschirm schon die Fotos auf einem grösseren Bildschirm ansehen. Trotzdem schlief ich darüber immer mal wieder ein – und vergass bei allem jedes Unbehagen über mögliche Probleme beim Druckausgleich. Ich hatte denn auch überhaupt keine, und das entsprach sehr wohl meinem Eindruck, dass ich schon in Perth sofort auf die Antibiotika wie gewünscht angesprochen hatte.
So flog ich also zurück, manchmal Thinkabout’s Wife dösend an meiner Brust, und während ich ihren kleinen Kopf im Arm hielt, machte ich mir wieder einmal bewusst, wie schön es ist, auf einer solchen Reise so Vielem gemeinsam, miteinander und wegen einander trotzen zu können. Statt trotz einander. Und dass dies ganz bewusst die Schwächen des Partners mit einschliesst, und es mit den eigenen Limiten umgekehrt genau so geschieht, das ist das Allerschönste daran.
Wir haben auf dieser Reise manchmal mit unserem Geschick gehadert und uns gewünscht, es würde einmal weniger beschwerlich werden. Schlussendlich aber sind wir dankbar, dass wir in allem doch so behütet waren und der Stern über uns vielleicht manchmal ein wenig geruckelt hat, aber, natürlich, niemals hinter uns zurück blieb.
Und ich schluckte brav meine Antibiotikas zu Ende und war danach auch alle Beschwerden los. Geblieben ist als Erinnerung im Apothekerschrank eine angebrochene australische Packung mit Schmerzmitteln…
Nun ist sie also zu Ende erzählt, diese Reise, die uns so viel zeigte, die aber auch so viel Kraft gekostet hat. Wahrscheinlich ist auch dies ein Grund, dass es mehr als fünfzehn Monate gedauert hat, bis sie hier erzählt war.
In dieser Form wird es diese Reiseberichte wohl nicht mehr geben. Sie kosten einfach zu viel Zeit. Vielleicht sind die Fotostrecken zukünftig gebündelter und die Erzählung beschränkt sich auf Episoden statt die lückenlose Chronologie anzustreben.
Freiheit ist gesucht und soll gefunden werden. Schon sehr bald kann ich mich wieder auf die Suche nach der richtigen Form machen, denn es geht bald wieder los.
Dieser Artikel wird in einigen Tagen in die Sektion GEREIST verschoben.

menachem · 9. März 2009, 00:36 · #
Sorry, ist jetzt etwas langweiliges und fantasieloses, aber so muss es jetzt raus, auch, weil es mich etwas an die “Schatzsuche” bei Coelhos Alchemist erinnert:
“Das kann Euch keiner nehmen”
caro · 9. März 2009, 10:21 · #
Ich hoffe doch – d.h. ich weiss es ja, wenn ich dieses Werk hier betrachte – dass mehr übrig geblieben ist, als ein angebrochenes Päckchen australischer Schmerzmittel!
Die gibt es andernorts übrigens auch aus Spanien, Portugal, Berlin, Israel, … ;-)
Jetzt müsste aus diesen Reiseerzählungen nur noch ein Buch werden … duckundwech
Strandsteine · 9. März 2009, 20:19 · #
Lieber Thinkabout,
Eure Reisen habe ich immer sehr gerne verfolgt.
Es war mir immer so,
als wenn ich durch Deine Schilderungen mit dabei war.
Die Bilder dazu sind wunderschön.
Erfüllt es Dich nicht mit Stolz,
durch Deine Aufzeichnungen nach so einer Zeit
doch alles noch genau nachvoll ziehen zu können.?
Ein Danke von den Steinen an Euch beiden,
für den Genuß, es mit zu erleben und für das Teilhaben lassen.
Jürg · 10. März 2009, 09:27 · #
Ich kann deine Vorbehalte für die Art und Weise Eurer Reiseberichte aus deiner Sicht gut verstehen. Ich würde es extrem bedauern, denn sie sind Ansporn und Unterhaltung zugleich auch einmal nach Australien zu gehen und auf dieses wertvolle Know How Aufbauen zu können. Auch die Zeitverzögerung habe ich als spannend empfunden da ich wusste… die Reise ist noch nicht zu Ende … und man konnte sich auf die Fortsetzung freuen. Nun ist sie zu Ende und ich war Hautnah dabei und kann fast Nachvollziehen welche Befriedigung aber auch Leere nach einem solchen Trip zur selben Zeit durch den Geist und das Gemüht wehen. Überlege es dir nochmals denn ich bin sicher das nicht nur ich für das Teilen Eurer Abenteuer, durch deine Augen, dankbar sind und es als Bereicherung des eigenen Alltages ansehen! Danke
Thinkabout · 10. März 2009, 10:04 · #
@Alle
Danke Euch! O doch, im Endeffekt habe auch ich mit viel Freude auch z.B. wieder in die Bilder geschaut. Und so mancher Eindruck wurde retrospektiv in eine Art neuen Frieden und Dankbarkeit getaucht.
Ich habe einfach auch immer wieder Druck gespürt. Die Arbeit war in diesem Fall immens, und nicht immer fiel sie mir leicht, entsprechend lang hat sie sich hingezogen. Vielleicht kann man das, worum es mir beim Schreiben ging und womit ich auch nicht immer zufrieden war, mit einem Bild des Fotografierens verdeutlichen:
Vor unser bevorstehenden Reise nach Kambodscha und Vietnam habe ich, wenn ich das Reiseprogramm studiere, Bilder im Kopf. Und die haben wenig mit den Sehenswürdigkeiten zu tun – und den Bildern, die es davon geben wird, natürlich geben wird.
Ich möchte versuchen, den Alltagsflash, den stillen Moment, nicht das äussere Glitzern, sondern das innere Leuchten einzufangen. Ich möchte auch nicht den Sehenswürdigkeiten nachhetzen, weniger auf Chronologie und Vollständigkeit achten und mehr vertiefen.
Ich bin eh nicht der Typ, der sich jeden Namen notiert, noch habe ich ein auch nur einigermassen funktionierendes geographisches Gedächtnis. Also möchte ich Eindrücke und Stimmung dann auch vertiefen. Diese Momente, diese Marken des Reisens sind in den Berichten einfach zu selten.
Auf jeden Fall nehme ich gerade für das Fotografieren die Intention mit, dass ich zwischen den Bildern ruhigere Augen haben möchte – und das dann beim Blick durch die Kamera erhalten bleibt.
Und genau so sollte auch mein Schreiben sein.
Also: Es wird – natürlich – Reiseberichte geben. Aber sie mögen anders aussehen. Und Kunstpausen, lieber Jürg, wird es wieder geben. Eher zuviele als zuwenige, fürchte ich.
Erst mal bete ich auch darum, dass alles gut geht. Das habe ich auf den letzten Reisen irgendwie ganz neu gelernt…