Wer Thinkabout kennt, ist vorgewarnt
Seit Jahren mache ich in meinem Bekanntenkreis kein Geheimnis mehr aus diesem Blog.
Wenn mich jemand fragt, was mir dieser mein Ort im Internet bringt, dann gibt es viele Argumente, die ich aus ganz persönlicher Warte anführen kann. So persönlich, also ganz persönlich, wie das Schreiben und die Motivation dazu eben ist.
Ich habe dazu aber auch immer festgehalten, dass dies dann auch eine Art Visitenkarte ist. Wenn mich jemand fragt, was ich – unter anderem – mit meiner freien Zeit anfange, dann kann ich ihm diese URL-Adresse nennen, und er bekommt ein klares Bild davon.
Mehr eigentlich noch. Er bekommt ein klares Bild von mir selbst. Und manchmal könnte ich mich dann fragen, ob mir das eigentlich angenehm ist? Es ist für mich noch ungewohnt, wenn mir, wie heute, jemand an einer geschäftlichen Besprechung sagt: “Nach Ihrem Blog würde ich mal annehmen, dass…”.
Dann stutzt man schon mal. Schliesslich ist die Art, wie ich veröffentliche, oft meist in keiner Weise ein bewusster Akt, wie wenn man, zum Beispiel, ein Buch heraus brächte. Aber die Art dieser Offenlegung ist gleichzeitig eine viel persönlichere und breitere Auslegung meines Denkens. Wenn ich also von meiner Visitenkarte rede, dann ist es eben nicht nur die Arbeitsprobe, das Verzeichnies der Veröffentlichungen. Es ist ein gemaltes Bild ganzer Teile meiner Person. Es ist wirklich eine Visitenkarte, die Identität enthält.
Aber ich muss sagen: Es war mir noch nie unangenehm. Im Gegenteil. Es wird in der Regel nur von Menschen erwähnt, bei denen schnell klar wird, dass sie zumindest aus unvoreingenommener Neugier rein geschaut haben – oder gar aus echtem Interesse. Andere mögen still mal reinlesen und dann für immer genug haben. Das ist doch auch okay. Für mich sind solche reale Begegnungen, in denen ich jemanden treffe, der mich virtuell liest oder zumindest einmal gelesen hat, immer Stupser, die mir Gelegenheit geben, ganz unmittelbar zu erspüren, wie sehr ich eigentlich hinter all dem stehe, was ich hier ausbreite. Meist ist eines der nachhallenden Gefühle dann ein ganz besonders Positives:
Wer Thinkabout kennt und mag, der wird mit mir gut auskommen. Wer nicht, der ist vorgewarnt. Das ist doch einfach wunderbar.
![]()

Jutta · 2. Juni 2010, 18:59 · #
Ich sags mal ganz knapp.
Mir würde was fehlen, hätte ich Thinkabout nicht kennengelernt!
Liebe Grüße
Jutta
Tina · 2. Juni 2010, 19:34 · #
Ich mag Dein Schreiben.
Für mich ist das Lesen Deiner Gedanken wie ein entspannendes Feierabendbier, ein Sonnenaufgang oder eine heiße Tasse Kaffee bei Regenwetter ;-)
Aber die reale Begegnung mit Dir bei Paz bleibt unvergesslich und zaubert immer wieder ein Lächeln in mein Gesicht! :-)
zentao · 2. Juni 2010, 19:43 · #
Lieber Thinkabout
wie heisst es so schön, der Prophet gilt nichts im eigenen Lande, die eigenen Freunde und Verwandten sind oft die kritischsten Leser oder dann völlig desinteressiert. Sie sehen halt immer zuerst, Deine Alltagsseite, die vermutlich so ist wie Du auch wirkst.
Beim Schreiben, aber tauchen unbekannte Elemente (Persönlichkeiten oder auch Wahrheiten ) auf, die für das eigene Umfeld ungewohnt sind.Wir Besucher aus der Blogger-Familie kennen Dich nur so wie Du hier schreibst, Dein eigener Stiel, immer konsequent beim Thema. Du wirkst auf mich, immer etwas kühl, aber immer sehr korrekt. Ich lese hier regelmässig, aber ich finde nicht zu jedem Thema, meinen eigenen Zugang und wenn es dann zu fest in Details geht, gebe ich zu… dann bin ich oft auch ein fauler Leser.
Was mir hier gefällt, ist Deine offene und ehrliche Art des Denkens und Schreibens.
Am Anfang war mir Dein Blog, wie soll ich es sagen? Etwas zu Intellektuell, aber manchmal triffst Du auch Die Sprache des einfachen Volkes, das ist dann wenn Du ehrlich entrüstet bist.
Mach bitte so weiter wie Du bist, ich lese dann das heraus was mir gefällt.
Liebe Grüsse zentao
Maria · 2. Juni 2010, 22:44 · #
Dann würde ich also gut mit Dir auskommen, wenn es denn mal zu einer visuellen und taktilen Begegnung käme. Worüber ich mich freuen würde.
Weniger wirklich sind die sogenannten virtuellen Begegnungen ja nicht.
In diesem Sinne, bis bald!
Maria
Relax-Senf · 3. Juni 2010, 00:59 · #
@ Thinkabout:
Nur mal ein schneller Besuch auf einem Blog zum willkürlichen Lesen des letzten Postings und das Wissen um den Blogger ist nicht grösser, wie wenn man mal per Zufall einen Kaffee zusammen mit einer unbekannten Person getrunken hat. Das gemeinsame Kaffeeerlebnis befähigt dann gewisse Menschen dazu zu behaupten, dass sie den Kaffeepartner sehr gut kennen. Es war ja ein persönlicher und minutenlang intimer Kontakt!
Du bist ein facettenreicher Blogger und das ist gut so, denn Gelaber gibt es genug und für das habe ich keine Zeit beim grossen und auch attraktiven Angebot. Die Mischung aus Lebenserfahrung und Querdenkerformat verknüpft mit ausgebildeter und funktionierender Hirnmasse, macht Dich zu einer Persönlichkeit, die weder mit einem Blick noch mit einzelnen Blog Artikeln in eine Schablone gepresst werden kann. Und das ist gut so. In Geschäftsbeziehungen kann allerdings ein zufällig gefundener und gelesener Artikel reichen um Leute zu erschrecken und zum Öffnen einer Schublade zu bewegen.
Wobei es braucht nicht mal einen nicht passenden Artikel, dass man auf Unverständnis stosst. Eine sehr gute Freundin der Familie war letztes Wochenende auf Besuch und interessierte sich – während insgesamt 16 Stunden Gespräch – auch dafür, ob meine Cyberspace Aktivitäten etwas einbringen! Ich sagte Nein und erwähnte, dass es mir einfach Spass macht. Würde ich Briefmarken sammeln, Kaninchen züchten, Ziegenkäse herstellen oder regelmässig einen Platz am Stammtisch verteidigen, würde dies alles als gesellschaftlich akzeptierte Hobbys hingenommen. Bloggen dagegen ist exotisch und wird mit Thema Wechsel bedacht. Was ja für jene die nicht auf den Kopf gefallen sind, eine Botschaft beinhaltet.
Thinkabout @ Alle · 3. Juni 2010, 10:06 · #
Ich muss lächeln: Dieses Posting scheint ja ein tolles Lehrbeispiel zu sein für die Abteilung:
“Wie schnorre ich per Blogeintrag ein paar Streicheleinheiten?” Und sofort will ich präzisieren:
Mich freuen Eure Statements sehr. Jedes Einzelne. Ich weiss nicht nur von Lesern. Ich weiss von Menschen. Mir wird auch viel Vertrauen entgegen gebracht, und so manche virtuelle Begegnung ist längst von verbindlichem, persönlichem Charakter. Ganz egal, ob wir uns mittlerweile auch “fassbar” begegnet sind oder nicht. Und wo Thinkabout drin ist, ist ja auch Kurt drin. Ich mochte nie wirklich eine Scheinidentität bilden und war mir auch immer bewusst, dass Persönliches bei jedem Thema in die Zeilen dringt.
@ an Relax-Senf:
In Geschäftsbeziehungen kann allerdings ein zufällig gefundener und gelesener Artikel reichen um Leute zu erschrecken und zum Öffnen einer Schublade zu bewegen.
Ja! Und ich bin mir dessen bewusst. Vielleicht ist es eine Fehleinschätzung bzw. leichtsinnig, aber ich sage mir dazu:
WENN das geschieht, nehme ich es in Kauf.
Wenn mein Partner käme und sagen würde: Das Bloggen musst Du sein lassen.
Dann würde das mittlerweile bedeuten, dass ich dann lieber diesen Job sein lasse.
Witzig: Ich gelte auch in meiner beruflichen Umgebung eher als “ein bisschen unkonventionell”. Möglich also, dass mir das Bloggen sogar mehr nützt als schadet. Es gehört irgendwie zu den nicht fassbaren Komponenten, die sicher nicht immer eine Rolle spielen (auch, weil gar nicht bekannt – an die grosse Glocke hänge ich es ja nicht), aber vielleicht manchmal doch. Ich glaube, Summa Summarum hat es, wenn überhaupt, positive Auswirkungen. Bis dato. Auf jeden Fall für mich persönlich.