Stumpfsinniger Krieg - Widerstand der Liebe
Der USA-Chefgeneral Petraeus will die US-Truppen in ihrer Mehrzahl vorläufig im Irak stehen lassen. Ein Widersinn, der längst kein richtig und falsch mehr und wie jeder Krieg nur Verlierer unter den Betroffenen Soldaten und Zivilisten kennt, geht weiter.
Und normalerweise bleiben uns diese Verlierer verborgen. Denn wer aus einem Krieg nach Hause kommt, hat keine Worte mehr, den Menschen im Idyll, das diese als grau empfinden, zu erzählen, was wirkliches Grau in einem Menschen bedeutet.
Der Soldat hält den Kopf hin, den er erst hocherhoben trägt, motiviert von markigen Vaterlandsworten, die ihm später zu Phrasen verkommen, und er erlebt sich als bestellt, benutzt, und dann beiseite gestellt. Die Traumatas sind stille Katastrophen für die Ewigkeit.
Jede Liebe hat es da schwer, und mag sie nur an der eigenen Verzweiflung scheitern. Und doch wird sie versucht. Denn etwas anderes haben wir Menschen dem Wahn und Irrsinn der Macht nicht entgegen zu setzen. Nur die Liebe. Aber nur schon der Versuch, der Wille und die Kraft, sie immer wieder zu versuchen, sie wachsen lassen zu wollen oder zu behüten, ist eine Träne wert, die endlich für die Freude und die Hoffnung vergossen wird, und nicht für das Leid und Elend menschlicher Raserei.
Man lese den Artikel im Original, hier oder auf das Bild Marine Wedding von Nina Berman klicken – es sagt mehr als alle Worte es vermögen.
Das Blog fokussiert könnte in jedem Fall zu einem werden, das ich regelmässig lese!

Manon · 11. September 2007, 22:54 · #
Den Artikel las ich vor einigen Tagen und war
sehr berührt. Das Grauen, der Krieg ~ und die
Liebe. Fast märchenhaft.
Ich wünsche den Vergessenen allen Mut und
die Kraft, ihr Leben zu leben.
Und das die Liebe sie nicht vergisst.
Vor allem dies.
paz · 12. September 2007, 00:26 · #
stark, thinkabout, stark! ich gratuliere für diesen post!
paz
Tina · 12. September 2007, 06:11 · #
Ein emotional aufwühlendes Bild und ein lesenswerter Bericht ist das unbestritten!
Doch wie grundsätzlich, wenn das Leid anderer auf Fotos festgehalten wird, um einem wirtschaftlichen Ziel nachzugehen: für mich eher fragwürdig.
Es wurde eingereicht um einen Preis zu erzielen.
Vielleicht sehe ich das heute Morgen auch zu kritisch…
Thinkabout · 12. September 2007, 09:32 · #
Liebe Tina
Das Bild ist zwar eingereicht worden für einen Wettbewerb, so wie ich das verstehe. Aber gemacht wurde die Reportage – mit vielen Portraits aus der Idee heraus, diesen Menschen eine Beachtung zu schenken.
Deine Reaktion ist dennoch verständlich. Aber nicht hinsehen mögen bedeutet nicht unbedingt Rücksichtnahme. Für manchen Betroffenen wäre es wohl mehr Pietät, wenn hingesehen und beachtet würde.
Denn das wohl Schlimmste ist, dass ausser Veteranenverbänden sich niemand für ehemalige Soldaten interessiert: Sie repräsentieren fast immer einen Teil der Geschichte, dem sie alles opfern mussten und von dem dann niemand mehr etwas wissen möchte.
Manon · 12. September 2007, 13:38 · #
@Thinkabout
auch meine Meinung..
manon
Janna · 13. September 2007, 11:29 · #
..ich kenne diesen Artikel schon länger…und hatte ihn sehr betroffen gelesen – ich bin auch der Meinung, dass Wegschauen hier falsch wäre..so wie bei den vielen Behinderten, die es gibt –
Aber die Konsequenzen….von politischer Seite….die bleiben aus – Bush wird sich das nicht ins Fotoalbum kleben….Janna
Tina · 13. September 2007, 13:04 · #
@Janna und Thinky
Das sehe ich auch so, wegschauen ist immer falsch.
Wenn Organisationen auf Mißstände aufmerksam machen wollen kann das gerne mit provozierenden, krassen Bildern sein – ich hab da kein Problem damit und lasse sie gerne auf mich wirken..Regt zum Nachdenken an, und genau das ist gewollt und gut so!
Ich lehne lediglich ab, daß Aufnahmen Leidender für kommerzielle Zwecke produziert werden; wenn Fotos vermarktet werden um Wettbewerbe zu gewinnen – denn dann gehts nicht wirklich um das Thema, sondern darum, mit schockierenden Bildern bekannt zu werden bzw. einen Gewinn zu erzielen. Aber ich bin sicher, so sehen das alle hier, insofern war mein Kommentar überflüssig.
Welche Beweggründe die Fotografin hatte, dieses Thema zu wählen ist mir nicht bekannt insofern sollte man ihr dieses Motiv nicht einfach unterstellen – Thinky das ist auch richtig.
Da dieses Bild dennoch Fragen aufwirft ist eine von meinen: Wieso trägt der Mann am Hochzeitstag diese Uniform, mit der ihn so viel Leid verbindet?
Janna · 13. September 2007, 20:06 · #
@ Tina : in diesem Artikel wurde beschrieben, wie der “Soldat” denkt (ich bezweifele das) – er ist stolz, auf sein Land und die “Leistung”, die er mit diesem “Heldentum” vollbracht hat – deshalb die Uniform. Meine Gänsefüße zeigen dir, das ich mit den Begriffen ringe…das ist mir etwas fern..und man muss bedenken, es ist ein amerikanischer Soldat…sie denken anders (und, wie ich meine ,zu wenig…)
....-) Janna
Janna · 13. September 2007, 20:08 · #
..sorry – der smiley passt so gar nicht…hab mich vertippt…Janna
Tina · 14. September 2007, 04:30 · #
@Janna
Danke für Deine Antwort!
Gerade in Anbetracht der grausamen Verletzungen, die dieser Mensch davongetragen hat – und diese in Verbindung mit dem letzten Absatz in diesem Bericht gesehen:
“Die meisten der Porträtierten waren zum Militär gegangen, um wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten zu entkommen und ihren Platz im Leben zu finden. Jetzt, da sie sich alleine ohne weitere Unterstützung durchschlagen müssen, erweist sich dieser Traum als schmerzlich naiv.”
hätte ich vermutet, daß sich Ty Ziegel von der Uniform distanziert.
Allerdings gehe ich davon aus, daß ich ich irgendwelche Zusammenhänge nicht richtig auf die Reihe kriege, denn vor der Vergabe dieses Preises wird mit Sicherheit äußerst kritisch jede Unstimmigkeit geprüft, sodaß ich vermute, ICH liege hier falsch.
Ich muß auch nicht auf alle Fragen dieser Welt eine Antwort finden, vielleicht langt in diesem Fall schon das Fragen stellen…..