Ein Vorschlag für ein Drei-Punkte-Leitsystem
Die drei Leitsätze im Wertesystem, das Jean-Claude Biver an seine Kinder weiter zu geben versucht:
1. Du musst teilen.
2. Du musst respektieren.
3. Du musst verzeihen.
Für einen Manager sind das ziemlich altruisitische Leitsätze – und jeder einzelne hat mit dem eigenen Umgang mit Mitmenschen zu tun.
In der Tat sind doch alle Leistungen, die wir erbringen, ohne Mitmenschen, ohne das Mitziehen und die Umsetzung, ohne den Einsatz anderer nicht denkbar. Die Leistung, die man nur sich selbst verdankt, gibt es nicht – und den Erfolg schon gar nicht.
Und was ist mit dem Erfolg, der einsam macht? Was, wenn niemand sich so richtig mitfreuen kann, weil man die Welt der Freunde irgendwann hinter sich gelassen hat?
Claqueure finden sich immer, wenn ein Spot angeht. Mit Prinzipien wie oben warten hinter der Bühne nicht Bewunderer einer Figur, sondern Freunde des Menschen, der man selbst geblieben ist.
Es ist möglich, Mensch zu bleiben. Ob und wie es Biver wirklich gelingt, weiss ich nicht. Wenn man aber solche Prinzipien erinnert, verzeiht man sich womöglich selbst auch Fehler. Und braucht auch dafür nicht den Erfolg, um sie zu kompensieren.
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Quelle:
Die drei Werte stammen aus einem Interview in der Weltwoche: Loopings über dem Genfersee, Ausgabe 25/10 vom 23. Juni 2010
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Uwe · 2. Juli 2010, 00:38 · #
Mir würde dieses “Du musst …” die Laune verderben. Verordne das, was Du für vernünftig hälst und Du bekommst bestimmt das Gegenteil. ;)
Ich bin sicher, meine Kinder werden erkennen und lernen:
1. Es macht Freude, zu teilen.
2. Du wirst respektiert, wenn Du respektierst aber auch Deine Interessen wahrst.
3. Es macht zufrieden, zu verzeihen.
Seelenleerer · 2. Juli 2010, 10:34 · #
Würde mich Uwe voll und ganz anschliessen.
Den Zustand erschaffen, in welchem es eine Freude ist, so zu handeln, statt es zu befehlen.
Zappadong · 2. Juli 2010, 10:51 · #
Lieber Uwe. Bloggen Sie wirklich nicht? Oder setzen Sie einfach keinen Link? Ich mag ihre Beiträge sehr und würde gerne noch viel mehr davon lesen.
Zappadong · 2. Juli 2010, 11:05 · #
Und jetzt zum Thema:
Werte kann man nicht verordnen, man muss sie aus tiefster Überzeugung (vor)leben. Wie Seelenleerer schreibt: Freiwillig, aus Freude und Überzeugung. Nur so sind wir glaubwürdig. Ich glaube, das ist einer der Gründe, warum wir um Nikolas Hayek trauern. Der hat keine Worthülsen produziert, sondern uns seine Vorstellung eines Unternehmers vorgelebt, in allen Facetten.
Thinkabout · 2. Juli 2010, 11:29 · #
Ich habe mir das mit dem “du musst” auch überlegt.
Und sehe es etwas anders:
Es ist geradezu wohltuend, dass wieder einmal mit einem kategorischen Imperativ klar gemacht wird, dass diese Dinge gefordert sind. Dass das nur funktioniert, wenn Altruismus in seinem Segen wirklich begriffen wird, ist schon klar. Man könnte sagen:
Du musst Dich um Deinen Umgang mit den Nächsten kümmern, wenn Du glücklich sein und Deinen Spiegel reinen Herznes auch nach innen richten willst.
Uwe · 2. Juli 2010, 12:29 · #
Liebe Zappadong, nein, ich blogge nicht, sondern lasse meine Gedanken dort, wo sie freundlicherweise angeregt werden. Hier ist ein guter Platz dafür. Indem ich die Ideen und Gedanken, die irgendwie aus mir herauswollen, anonym verstreue, ungeachtet dessen, was mit ihnen geschieht, entziehe ich meiner eigenen Eitelkeit die Grundlage und vermeide es gleichzeitig, gekreuzigt zu werden, wenn ich mal zu direkt ins Schwarze treffe, was mir gelegentlich Spaß macht. ;)
Das widerspricht natürlich der Philosophie vom aufrechten und authentischen bloggen von Kurt, Claudia und anderen aber ich glaube, sie verzeihen mir.
Lieber Thinkabout, der Imperativ ist natürlich nichts Schlechtes. Er ist prägnant, geht gut ins Ohr und gibt schnell Orientierung. Eine Forderung, im Gegensatz zu einer Bitte, halte ich aber für gewalttätig und für das Gegenteil von Liebe. Eine Forderung ist ja mit einer Sanktion verbunden, für den Fall, daß sie nicht erfüllt wird. Wer fordert und denkt: “Das ist es, was ich mir von Dir wünsche oder was ich Dir empfehle aber wenn Du es nicht tust, dann ist es auch o.k. und wird seine Gründe haben”, der fordert nicht, der bittet eigentlich. Wer das, was er fordert mit einem Druck belegt, der ist irgendwie gewalttätig und bewirkt leicht das Gegenteil dessen, was er eigentlich möchte.
Ein Beispiel aus der katholischen Religion (mit deren irdischer Vertretung ich nichts zu tun habe) sind “Die sieben Todsünden”. Ich war erstaunt, als ich die darin enthaltene Weisheit entdeckte. Wenn die dort aufgelisteten Haltungen und Verhaltensweisen nicht als Sünden, als negative Forderungen gemeint wären sondern als wohlwollender liebevoller Vorschlag, dann wäre das ein ungemein erfolgreicher psychologischer Ratgeber, der viel überflüssiges Leiden verhindern könnte. Ebenso, die “Zehn Gebote”. :)
Ich denke, es ist eine Frage der Geduld, auf die Einsicht derjenigen, die man glaubt belehren zu können, zu warten. Hat man diese Geduld nicht und will es ruckzuck erzwingen und erpressen, dann dauert es noch viel länger. :)
Relax-Senf · 5. Juli 2010, 16:52 · #
“Du musst” steht halt für über Jahrhunderte gepflegte Sichtweisen und Verstehenskultur. Heute beschäftigen sich Heerscharen von Sprachwissenschaftlern, PR-Verkäufern, Kommunikationsfachleuten, Seelenheil-Gurus, Wohlfühlspezialisten und Akzeptanzsteigerungs-Profis mit der richtigen Wortwahl, damit man unverändert ans gleiche Verständnisziel kommt, aber bei der Zielperson ein Aha-Erlebnis auslöst, damit aus eigener Einsicht Empfehlungen aufgenommen und – hoffentlich – abgespeichert werden.
An der Argumentation von @ Uwe ist nichts auszusetzen und seine eigenen Formulierungen sind besser, aber sie beinhalten auch die verbreitete Haltung der Selbstverwirklichungsgesellschaft, wenn du Lust hast, wenn du magst, dann mach es und wenn du keinen Bock hast – wie so oft – lass es einfach sein.
Mit der gesellschaftlichen Veränderung im Kopf, löst bei mir „du musst“ nicht mehr die alte Befehlsmitteilung aus, sondern lediglich den Impuls sorgfältigeres Nachdenken, ob ich Folge leiste oder nach eigener Wertung trotzdem ignoriere.
Uwe · 7. Juli 2010, 10:18 · #
@Relax-Senf
Es hört sich so an, als würde Dir eine Selbstverwirklichungsgesellschaft, in der jeder tut, was er mag, nicht gefallen. Was wäre denn die Alternative?
Weiterhin habe ich verstanden, daß Dir der Imperativ “Du musst teilen”, beispielsweise, nicht Befehl ist sondern lediglich einen Impuls liefert, um die Aufmerksamkeit auf die Frage “Will ich jetzt teilen oder will ich nicht teilen?” zu erhöhen. Gegen eine erhöhte Aufmerksamkeit habe ich natürlich nichts einzuwenden. :)
Wer den Imperativ benutzt, möchte also die Aufmerksamkeit des Adressaten auf einen, ihm gerade bedenkenswert erscheinenden Umstand lenken. Verkürzt: Wer den Imperativ nutzt, möchte die Aufmerksamkeit anderer lenken. Natürlich geht er dabei davon aus, daß dieses Lenken einem unzweifelhaft guten Zweck dient. ;)
Meiner ganz persönlichen Erfahrung nach, scheint das Miteinander von Menschen zu einem sehr großen Teil daraus zu bestehen, sich gegenseitig zu lenken und zu versuchen, die Aufmerksamkeit des Gegenübers dorthin zu bugsieren, wo sie einem selbst gerade, aus allerhand Gründen, genehm ist. Der Imperativ ist dabei nur eine von vielen Methoden, die zur Anwendung kommen. Ich glaube zu beobachten, daß viele Menschen der Lenkungsversuche anderer und der vermeintlichen Notwendigkeit selbst zu lenken, ziemlich überdrüssig sind, denn letztlich resultiert daraus nichts anderes, als ein ermüdender kräftezehrender Machtkampf. Allseitig gute Absichten ändern daran leider nichts.
Meine persönliche Konsequenz aus der persönlichen Wahrnehmung eines aussichtslosen Machtkampfes war es, eigene Lenkungsversuche über andere weitgehend aufzugeben. Auf wundersame Weise reduzierte sich gleichzeitig das Gefühl, gesteuert zu werden bzw. es entstand ein Gefühl von Freiheit, die meine Welt wesentlich friedlicher und angenehmer werden ließ. Aufgrund dieser positiven Erfahrung, fühlte ich mich veranlasst, mich so zu äußern, wie ich es oben tat, nämlich skeptisch gegenüber “anleitenden” Imperativen. :)
Thinkabout · 7. Juli 2010, 12:09 · #
Die Diskussion, die wir führen (wie jede andere auch…) ist gespickt mit Annahmen, die so nicht zutreffen müssen. Wir können J.C. Biver nicht unterstellen, dass er seine imperative Mitteilung partout ungefragt und als Zwang in den Raum stellt. Es kann sein, sehr gut sogar, und wenn er als Vater ernst genommen werden will, dann ist das zwingend, dass er das seinen Kindern auch vorlebt.
@Uwe hat ein schönes Beispiel erwähnt: Die zehn Gebote oder die sieben Todsünden: Als Gebote, Regeln, Gesetze formuliert. Und deswegen von ihm lange in ihrer Weisheit nicht verstanden, weil sie ihm zu kategorisch erschienen (?). Aber: Hätten sich diese Weisheiten erhalten, wenn sie als Beliebigkeits-Wohlfühl-Variante nach dem Motto formuliert worden wären: Ich hätte da einen Vorschlag, schau doch mal, was Du damit anfangen kannst?
Alles, was wir formuliert bekommen, lebt am Schluss duch das Vorbild, die Praxis, die Überzeugung des Beispiels.
ich muss immer wieder schmunzeln, wenn im Westen die buddhistischen Lehren so attraktiv sind, weil sie den mündigen Bürger ernster zu nehmen scheinen als hiesige Religions- und Philosophielehren.
Wer immer uns aber diese Lehren überzeugend vorträgt, praktiziert selbst ein Leben voller Regeln, Selbstdisziplin, und jeder von ihnen dürfte längst akzeptiert haben, dass der innere Schweinehund das “Du musst”, das an einen gestellt wird, braucht. Immer wieder.
Uwe · 7. Juli 2010, 13:47 · #
@Thinkabout
Du sagst: “Hätten sich diese Weisheiten erhalten, wenn ….”
Ja, haben sie sich denn erhalten!? Strotzt nicht überall ihr Gegenteil?
Wenn sie sich erhalten hätten, dann deswegen, weil Menschen von ihrem Nutzen durch persönliches Erleben überzeugt worden wären und den Frieden und die Freude daraus selbst gespürt hätten. Diese Weisheiten würden sich durch Freude und Einsicht leicht imperativlos selbst erhalten und niemand bräuchte dazu anzuleiten, sie aufzuschreiben oder Reden darüber zu halten.
Nun haben sich diese Weisheiten aber auf eine Art “erhalten”, wo sie zwar “im heiligen Buch” zwischen allerhand wüstem Nonsens niedergeschrieben sind, gelegentlich auch mal gepredigt werden aber von den meisten offensichtlich weder wahrgenommen noch befolgt werden. Die Beispiele gelungener Umsetzung fehlen, die Vorbilder sprechen der Weisheit Hohn und stattdessen gibt es an jeder Ecke Imperative.
Es ist nicht dasselbe, sich selbst zu disziplinieren oder sich von irgendjemandem, der weisheitsferner und unglücklicher ist, als man selbst, disziplinieren zu lassen. Es ist auch nicht dasselbe, sich selbst aus Einsicht und aus innerem Antrieb heraus zu beherrschen oder sich von irgendjemandem beherrschen zu lassen. Es ist nicht dasselbe, ein Rad vorwärts oder es rückwärts zu drehen. Komme ich im ersten Fall nach Osten, führt mich die gegensätzliche Umdrehung nach Westen und erst weit hinter dem Horizont treffen sich die Wege wieder und bis dahin sind sie unterschiedlich. :)
Relax-Senf · 7. Juli 2010, 20:13 · #
@ Uwe
Herrlich geschrieben und doch kann ich der Quintessenz nicht einfach zustimmen. Das Thema ist ja sehr facettenreich, weshalb ich sowohl Zustimmung als auch Ablehnung signalisiere. Und diese Haltung ist nicht selten für mich, weshalb das für Relax-Senf stehende Avatar auch ein Pferd zeigt, das wie willkürlich gemalt aussieht, aber für mich dokumentiert, dass es im Leben nicht einfach nur eine Lösung gibt. Wahrnehmung ist eine Frage der Perspektive!
Es erstaunt mich beim Bloggen bzw. Blog lesen immer wieder, wie starr und Trennscharf Argumente und Meinungen dargeboten werden. Dabei ist die Meinungsbildung und Entscheidungsfindung jeden Tag ein neuer Prozess, in den wir Neues aufnehmen und mit dem Alten verschmelzen sollten. Dies gilt auch für diesen Thread.
Eine klare Aussage, ich glaube nicht an den Segen und das Überleben einer Selbstverwirklichungsgesellschaft. Mein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass „blühende Gemeinwesen“ in den Untergang geschlittert sind, wenn der Kitt der Gemeinschaft durch das Wohlergehen von Gruppen beschädigt wurde und in der Folge ALLE das vermeintliche Erfolgskonzept der Bahn- und Tabubrecher kopierten. There is no free lunch, und die Selbstverwirklichung hat selbstverständlichen einen Preis, den bei kleiner Menge das Individuum oder in grosser Menge die Gesellschaft bezahlt.
Selbstverständlich bin ich Deiner Meinung, dass der Imperativ im Alltag im Umgang mit Untergebenen/Mitarbeitenden der falsche Ton ist und Deine weiche Formulierungen, die besseren Erfolgsaussichten versprechen. Das trifft auch auf die Erziehung der Nachkommenschaft zu. Dessen ungeachtet, ist diese Weisheit NICHT IMMER und ausschliesslich der richtige Ansatz. Je weniger Zeit zur Verfügung steht um gegen die Wand zu fahren, je drohender die Krise alle in den Abgrund mitreissen könnte, desto mehr ist der Imperativ der letzte Versuch das drohende Unglück abwenden zu können. Alle wollen mitreden, alle wollen gefragt werden, wenige wollen wirklich mitentscheiden wenn es brenzlig wird, ganz wenige sind bereit Verantwortung und Führung zu übernehmen, wenn denn die Lösung unbekannt ist, der Notausgang nicht gefunden wird, Schmach in der Gesellschaft und zur Belustigung des geifernden Volkes die Vierteilung droht, wenn man den falschen Entscheid fällt!!!
Wenn die Karre im Dreck feststeckt, das Volk keine brotlose Mitsprache will, dann ist die Selbstverwirklichungsgesellschaft still und OHNE EIGENEN BEITRAG zur Lösung der gesellschaftlichen Probleme.
Machtspiele gehören zur Natur des Menschen und wer Hitze nicht verträgt hat in der Küche nichts verloren. Aber klar sage ich als Coach und gestählt in der amerikanischen Form des täglichen Machtkampfs, dass man für jene Ziele mit allen Mitteln kämpfen muss, welche innerster Überzeugung zum Wohl der Unternehmung entsprechen: ABER „Never figth a battle, which you can’t win!“ Das ist zentral für den machbaren Erfolg und das persönliche Wohlergehen.
Kuschelkurs Hin oder Her, ob im Arbeitsleben, im Sport oder in der Gesellschaft, die Menschen wollen Führungskräfte die Flagge zeigen und vorausgehen. Endlose Diskussionen die zu nichts führen, an denen alle teilhaben dürfen ohne an den Kosten beteiligt zu sein, gibt es nur im Wohlstand, wo verantwortungslose Heilsversprecher immer mehr verteilen wollen und noch mehr versprechen, als das was Bestand und verlässlich erkennbarer Eingang hergeben.
Es gibt so viele gesammelte und überlieferte Weisheiten, die je nach letztem Lifestyle-Verhalten über Nacht nichts mehr wert wären, wenn immer alles umgeschrieben werden müsste. Deshalb sind die Leitsprüche knapp und unmissverständlich. Z. B.
Lead, Follow or get of may Way! Quelle unbekannt
Uwe, Deine Überzeugungsvariante praktiziere ich zuhause, wobei sie selbst da nicht immer aufgeht. Mein Ausweg, man muss abwechselnd nachgeben, weil der Imperativ und das immer Sieger sein wollen sonst die beste Partnerschaft erodieren lässt und irgendwann zum Kollateralschaden führt. Aber bereits ab Gruppenführung braucht es zwischendurch einen klaren Kurs und dafür ist der Imperativ unverzichtbar.
Seelenleerer · 7. Juli 2010, 23:17 · #
@thinkabout
Die Faszination für die buddhistischen Lehren steht sicher im Zusammenhang mit deren Überbringer. Die sitzen nicht in seidenem Gewand auf goldenen Stühlen und predigen, dass kein Reicher es je in den Himmel schaffe.
Du schreibst zwischen den Zeilen vom Vorleben und dieses Vorleben macht den Befehlston überflüssig.
@relax-senf
Welch “blühendes Gemeinwesen” wurde denn durch eine Truppe von Selbstverwirklichten zu Grunde gerichtet?
Meinen Geschichtsbüchern nach schafften es immer wieder Nationen ihre hochgelobte “get out of my way” Philosophie durch ihre Führungskraft (meist mit Waffengewalt durchgesetzt, weil Befehle so viel effizienter umgesetzt werden) so sehr durch zu setzen, dass keine Gegner mehr übrig blieben. Danach folgte Dekadenz.
Zur Zeit betrifft dies ihre verehrten Amerikaner. Da können noch so viele starke Führer auftreten, wenn kein Herz mehr darin zu finden ist, bleibt der Rest hohl.
Genau um dieses Herz geht es vielen, die auf dem Weg der Selbstverwirklichung sind, Denn nur was uns etwas bedeutet, wird auch umsorgt.
Was daran ist für Sie denn so bedrohlich?
Relax-Senf · 8. Juli 2010, 01:24 · #
@ Seelenleerer
Ich rede nicht Krieg und militärischer Gewalt das Wort. “Dekadenz” ist dagegen ein Begriff, den ich im weitesten Sinne für Überbeanspruchung der Gemeinschaft/Gesellschaft zugunsten von Einzel- interessen sehe.
Ebenfalls ist mein Aussage zum Lernen von den amerikanischen Machtspielgebräuchen ungenau. Worum es geht ist die Feststellung, dass man dort wo etwas zur normalen Geschäftskultur gehört, eben auch lernt, wann man sich besser ruhig verhält und nicht streitet.
Selbstverwirklichung ist im Einzelfall durchaus etwas Positives und wenn es in meiner Umgebung passiert, kann es passieren, dass ich die Menschen aktiv ermuntere solche Ziele zu verfolgen.
Mein Vorbehalt in dieser Diskussion betreffend Selbstverwirklichung bezieht sich auf die “vermutete” Botschaft, dass es ein Recht des Individuums ist, unabhängig davon ob es einen Weg ins Ziel gibt! . Tatsache ist, dass viele Menschen diesen Weg gehen wollen und nach dem Scheitern sagen: Gesellschaft ich habe ein Problem, das streng genommen euer Problem ist. Löst es für mich.
Ich habe auch versucht aufzuzeigen, dass Überzeugungsarbeit und Motivation von mir praktizierte Mittel sind, aber nicht immer und jederzeit genügen. Im alten Europa hat man vergessen, dass der Wohlstand durch harte Arbeit entstanden ist und Wohlstand lässt sich auch nur durch harte Arbeit erhalten. Deswegen ist Folgendes richtig und unverzichtbar.
1. Du musst teilen.
2. Du musst respektieren.
3. Du musst verzeihen.
Seelenleerer · 8. Juli 2010, 11:38 · #
@relax-senf
Wo beginnt Gewalt, die dann zum Krieg führt?
Vor allen Kriegen wurde immer erst mit Worten “drein” geschlagen. Die Formulierung “Du musst” kommt solch einem Schlag schon recht nahe, weil es dem Gegenüber keine Wahl mehr lässt. Ihm also die Selbstbestimmung nimmt.
Seinen Willen nicht Respektiert.
Wie ich aus Ihren Erläuterungen entnehmen kann, entsteht unser Missverständnis aus der Definition des Begriffes Selbstverwirklichung.
Für mich steht dabei an aller Erster Stelle und als Wichtigstes überhaupt, die Übernahme der Eigenverantwortung. Denn nur wofür ich die Verantwortung selber trage, kann ich auch transformieren.
Daraus ergibt sich, dass “Löst es für mich” das Gegenteil von Selbstverwirklichung nach meinen Verständnis ist.
Verzeihen ist übrigens der Schlüssel für diese Form der Verantwortungsübernahme.
Sicher ist harte Arbeit ein Faktor für unseren Wohlstand. Dabei blenden sie aber aus, dass dieses alte Europa bis vor kurzem einfach in andere Länder gefahren ist und deren Bodenschätze geraubt hat, weil unsere Waffentechnologie schlicht überlegen war. Diese Art der Bereicherung diente uns als Grundlage unseres Reichtums und wird bis heute praktiziert.
Ein Bauer oder Minenarbeiter in der dritten Welt arbeitet sicher genau so hart, wenn nicht härter durch fehlende Maschinen, wird es aber mangels fairer Preise für sein Produkt nie zu Wohlstand bringen.
Wer will da schon teilen, das sind ja es alles bloss faule Menschen dort unten im Süden.
Die Idee: “Arbeite hart und Du wirst es schaffen” mag ja nach dem 2. Weltkrieg einen Sinn gemacht haben, weil Europa dermassen darnieder lag und alle noch an die Lösbarkeit jedweder Probleme durch die Technik glaubten.
Mittlerweile stehen wir vor 2 Problemen, die sich mit diesem Credo nicht mehr lösen lassen.
Das Eine ist, dass die Industriealisierung so weit fortgeschritten ist, dass es für die meisten Fertigungsprozesse keine Arbeiter mehr braucht. Bloss noch Kapital für die Fabriken und sehr sehr viel Ressourcen, denn je weniger Hände daran beteiligt sind, umso mehr Energie wird dafür verbraucht.
Das Andere hängt direkt damit zusammen, denn es betrifft den Verbrauch eben dieser Ressourcen. Eigentlich sollte allen klar sein, dass es so nicht weiter geht, denn unsere gesamte Wirtschaft beruht darauf, dass Wachstum herrscht. Doch unsere Erde ist leider endlich.
Und jetzt wollen sie, dass wir alle noch härter arbeiten?
Weil wir müssen?
Die Beendigung dieses Teufelskreises lässt sich leider nicht befehlen, sondern kann nur aus dem Verständnis heraus geboren werden, dass wir alle auf der selben (und im Verhältnis zum restlichen Universum verdammt kleinen) Kugel leben und jede Handlung zu guter Letzt auf mich selber zurück fällt. Nicht nur, weil wir am Ende der Nahrungskette stehen, aber biologisch betrachtet auch deswegen.
Oder um den guten alten Volksmund zu bemüssigen, wie man in den Wald rein ruft, so schallt es zurück.
Dieses Verständnis kann aber nur in einem Menschen reifen, der mit sich selber im Reinen ist und dadurch glücklich wurde.
Womit wir wieder bei der Selbsterkenntnis wären.
Uwe · 8. Juli 2010, 13:51 · #
Nicht selten treffen in Diskussionen in Bezug auf die Frage, “Wie können Menschen (zusammen) leben?”, diese beiden Blickrichtungen aufeinander:
Die eine Perspektive schaut auf die Gemeinschaft, wie sie gerade ist, in ihrem derzeitigen Entwicklungsstand, fügt gedanklich hinzu, wie sie nach individueller Auffassung einmal sein sollte und arbeitet dann daran, das Verhalten der beteiligten Individuen auf diese Vorstellung hin “passend zu machen”. Selbstverständlich bedarf es dazu einer Menge Vorgaben, Regeln, Gesetze, Strafen, Belohnungen, Anreize, Verbote, Motivationen, Manipulationen und vor allem viel viel Druck, den ich mal mit dem Wort “Gewalt” bezeichnen möchte, um den Kessel, der die anarchischen Individuen beinhaltet, einigermaßen unter Kontrolle zu halten. Dauerhaft gelungen ist das trotz höchster Anstrengungen diverser “Weltherrscher” ganz offensichtlich noch nie, die “Erfolge” sind relativ kurzlebig. Gewalt erzeugt nun einmal Gegengewalt, das ist physikalisches Gesetz. Vielleicht stehen wir aber kurz vor dem Durchbruch? Mit Hilfe der Genmanipulation … ;)
Die 180 Grad gegensätzliche Perspektive betrachtet das Individuum. Sie schaut in sich selbst und sie schaut auf den Nächsten und sie stellt immense Unterschiede fest. Der eine will dies, der andere jenes, der eine erfreut sich an genau dem, was den anderen maßlos ängstigt. Die Vielfalt menschlicher Ansichten, Einsichten, Vorlieben und Abneigungen, Bedürfnisse und Ängste scheint grenzenlos zu sein, wie die Vielfalt der Natur. Hat man sich selbst und andere lange genug studiert, dann wächst die Einsicht: “Jeder ist für sich eine eigene Welt”. Gelingt es einem dann tatsächlich, die eigene Welt zu verwirklichen, anstatt mit einem quälenden Status Quo zu hadern und faule Kompromisse in Kauf zu nehmen, dann macht sich echte Freude und Zufriedenheit breit. Ausgestattet mit diesen Gefühlen, gönnt man jedem anderen dessen eigene Welt von Herzen. Allergisch reagiert ein selbstverwirklichtes Individuum lediglich auf Leute, die ihm seine Welt mit Imperativen auf deren beschränkte Vorstellungen beschneiden wollen. ;)
Relax-Senf · 8. Juli 2010, 15:22 · #
@ Seelenleerer
Austauschen, kommunizieren, diskutieren und argumentieren, etwas vom Schönsten das es für mich gibt. Viel Spass – steuerfrei und ohne Kalorienstrafe. Handumkehren mache ich es selektiv, wie ich es kürzlich zum Thinkabout Blogeintrag „Bloggen, reden oder Klappe halten?“ ausgeführt habe. So unterscheide ich auch gesellschaftliche Zwänge, z. B. halte ich mich als Gast bei einem Geschäftsessen an die Etikette und esse dann auch eine Mahlzeit, wo ich im Freundes- und Bekanntenkreis schlichtweg in Ausstand treten würde.
Ein Muster, dass man nicht immer und jederzeit sich und seine Vorstellungen in den Mittelpunkt stellen und ausleben kann, was ich mit Selbstverwirklichung in Verbindung bringe.
In dieser Diskussion bin ich am Punkt angekommen, wo ich nach dieser Antwort keine weitere Zeit für ein Hin und Her verwenden werde. Bei Diskussionen im real Life lässt sich jeweils trefflich beobachten, wenn Leute am Tisch nicht mal den Respekt fürs Zuhören aufbringen sondern in Gedanken bereits an ihrer nächsten Aussage arbeiten.
Dies ist hier auch so. Sie bringen Hinweise und Argumente ein, die ja allemal gutes Futter für einen oder mehrere separate Blogartikel beinhalten, aber sich an dieser Stelle weit weg vom Ausgangsthema bewegen. So habe ich keine Lust, mich mit Ihnen über Worte zu unterhalten die zu Gewalt und Krieg führen. Auch wenn es im Imperativ geschrieben ist, aber wer die Empfehlungen zu teilen, respektieren und verzeihen als Gelegenheit wahrnimmt um über Demütigung des Individuums und Krieg zu schwadronieren, hat schon eine böse Fantasie oder eben auch eine grosse Lust SEIN Thema zu lancieren.
Mein Leitbild lässt sich übrigens in einem Wort ausdrücken. DISZIPLIN. Und mit diesem Wort im Kopf, sehe ich hinter den drei Empfehlungen, um die es letztlich geht, kein, aber gar kein Problem. Andererseits habe ich an @ Uwe und an Sie, unmissverständlich geschrieben, dass ich es nicht nur richtig finde sondern in der Beratung auch empfehle, dass man Empathie walten lässt, sozialverträglich und vor allem zielorientiert seine Wortwahl trifft und einsetzt. Der Erfolg lässt sich messen. Dies kann aber nicht zu 100 Prozent gemacht werden, Gründe habe ich zuvor erwähnt. Ich habe auch geschrieben und bestätige es nochmals, dass ich in meiner Familie die Worte so wählen würde, wie sie @ Uwe vorgeschlagen hat.
Hart arbeiten, steht einfach dafür, dass jeder zuallererst selbst für die Ausgestaltung seines Lebens verantwortlich ist und nicht nach dem dolce fa niente Motto lebt, dass letztlich die Gesellschaft für sein Wohlergehen verantwortlich ist. Was ist denn Ihre Vorstellung, wie die Leute ohne Arbeit – die Ihrer Meinung nach ausgeht – zu Lohn und Rente kommen? Ein Besuch Ihrer Homepage zeigt ja auch, dass Sie Geld für Ihre Beratung wollen. Wäre es nicht sinnvoll, wenn Sie Ihre Beratung gratis anbieten würden? Es gibt doch nicht nur in fernen Ländern Handlungsbedarf sonder auch vor der Haustüre. Die Nachfrage nach Glücksberatung ist vorhanden und wird weiter zunehmen, aber viele können Leute können sich de Beratung nicht leisten, weil sie ohne Arbeit und somit ohne Einkommen sind.
Wenn die Wirtschaft auch ungenügende Löhne zahlt – der Meinung bin ich selektiv schon – dann hat es doch mit dem Verhalten der Konsumenten zu tun. Sie suchen immer nach dem billigsten Angebot. Betrachte ich z. B. die Meldungen über Fleisch- und Lebensmittelskandale, die es immer mal wieder in Deutschland gibt, dann ist nach kurze Zeit die Wirkung verpufft und die Leute jagen wieder nach der täglich Portion Fleisch, die nichts Kosten darf. Wal Mart, grösster Detailhändler der Welt, bietet himmeltraurige Arbeitsbedingungen, doch trotz regelmässiger Thematisierung in den Medien wächst der Umsatz. Den Konsumenten schert es einen Dreck.
Gegen Schluss von Ihrem Kommentar # 14 machen Sie Ausführungen die Okay sind, allein es ist letztlich im Abschnitt keine Substanz vorhanden, weil Sie keine Antwort bieten. Esoterisch ist für mich die Bemerkung, wie man mit sich ins Reine kommt, wenn dabei nur mit Worten gespielt wird, die Welt aber am nächsten Morgen immer noch gleich beschissen aussieht. Jedenfalls für jene, die erst nach einer Beratung zum Schluss kommen, dass sie einfach nur den Blickwinkel wechseln müssen um das Glück zu sehen, das sie ohne Hilfe nicht entdeckt haben. Wenn ich jemand coache, ist es nicht das Ziel einen besseren Menschen aus ihm zu machen sondern ihn lebenstüchtig zu machen und dazu gehört u. a. eventuell zuerst das „Kopfwaschen.“
Ich kann es nicht hören, dass immer alle anderen Schuld sind, überhaupt Gott und die ganze Welt sich gegen einen verschworen haben, wobei sofort Wohlbefinden eintreten würde, wenn alle Anderen sich auf Wünsche, Vorstellungen und Forderungen der Unverstandenen einlassen würden.
Zum Glück leben wir in einer Demokratie und da entscheidet schlicht die Mehrheit und das Resultat bedeutet dann auch für die Verlierer: Du musst …..
Uwe · 8. Juli 2010, 17:39 · #
@Relax-Senf
Entschuldige, wenn ich mich nochmal ungefragt einmische. Das Stichwort DISZIPLIN weckt in mir eine Frage:
Ich mag sie auch, die Disziplin – und zwar als Selbstdisziplin. Sehr gerne gebe ich mir selbst und meiner Umgebung Ordnung und Struktur, so wie sie mir gefällt. Gerade habe ich die Küche wieder blitzblank und übersichtlich hergerichtet und im Garten mache ich das auch dauernd. :) Wo ich mir aber nicht sicher bin, ist die Frage: Berechtigt mich meine Selbstdisziplin, anderen Gehorsam abzuverlangen?
Seelenleerer · 8. Juli 2010, 19:18 · #
@relax-senf
Da Sie angekündigt haben, ausser dieser Diskussion aus zu steigen, erscheint meine Antwort wohl überflüssig.
Bloss eines noch. Sie unterstellen mir mit Hinweisen und Argumenten zu kommen, die vom Thema abweichen. Wenn sie es nochmals genauer lesen, wird Ihnen sicher auffallen, dass ich lediglich Ihre eigenen Argumente aufgegriffen hatte. Es war Ihre Idee die Erhaltung unseres Wohlstand als Grundlage für den Befehlston zu benennen. Worauf ich lediglich versuchte zu erklären, weshalb wir meiner Ansicht nach durch die alleinige Ausgabe von Befehlen, die heutigen Probleme nicht mehr lösen können.
Sie hingegen haben, keine Einzige meiner Fragen beantwortet. Im Gegenteil unterstellen Sie mir zum zweiten Mal die Förderung des dolce far niente, obwohl ich von Übernahme der Eigenverantwortung als Grundpfeiler sprach.
Schade.
Relax-Senf · 9. Juli 2010, 01:31 · #
Hm, es folgt der Versuch einen korrekten Schlussstrich zu ziehen.
@ Uwe: Selbstdisziplin beinhaltet kein Recht anderen Gehorsam abzuverlangen. Hier oder anderer Stelle – suche nicht – hast Du aber auch schon geschrieben, dass unser eigenes Verhalten hilfreich ist für Impulse und Erfüllung von Erwartungen. Disziplin als Leitbild beinhaltet immer einen positiven Effekt. Ich habe es in Gedanken schon mit 100 Bildern durchgespielt, es gibt nichts im Leben von Freude über Trauer bis hin zu Leiden, und egal ob wir Dinge gern oder widerwillig tun, immer ist es letztlich mit Disziplin verbunden. Auch bei den drei Leitsätzen am Anfang der Diskussion, ist doch Disziplin unabdingbar, egal ob es freiwillig oder unfreiwillig umgesetzt wird.
@ Seelenleerer
Richtig, ich habe selbst fahrlässig das Spielfeld vergrössert und mit meinem ersten Kommentar eine Steilvorlage für entsprechende Konterchancen geliefert. Danach habe ich jedoch meine Aussagen präzisiert und die Uwe Formulierungen als richtig anerkannt, unter Formulierung jener Abweichungen die ich von Anfang an vom „willst du, möchtest du, ist es dir recht“ Vorgehen ausgeschlossen habe. Dabei bleibe ich weiterhin.
Auch habe ich nichts gegen die Selbstverwirklichung solange sie nicht von der Allgemeinheit zu bezahlen ist. Und dies passiert ständig, z. B. mit Frauen und Männern, die beim Zusammenleben keine festgelegten Spielregeln haben sondern diese täglich neu als Verhandlungs- und Interpretationsmasse ansehen, um schlussendlich Partner/in und Kinder im Stich zu lassen um den Selbstverwirklichungsfurz in Angriff zu nehmen.
Thinkabout @ Alle · 9. Juli 2010, 01:39 · #
Liebe Kommentierer und Leser
Wie so oft hat ein kurzer Beitrag von mir eine lange Diskussion angestossen – in die ich nur am Rande eingegriffen bzw. an der ich mich entsprechend zurückhaltend beteiligt habe. Oft geschieht das bewusst – und ich werde hier gar keine Entgegnungen versuchen. Es steckt aber so viel in Euren Voten, dass ich darin Grund genug sehe, auf verschiedenste Aspekte in den nächsten Tagen und vielleicht Wochen näher einzugehen.
In neuen Beiträgen.
Uwe · 9. Juli 2010, 12:03 · #
@Relax-Senf
Schön, daß wir den Unterschied unserer derzeitigen Positionen deutlich gemacht haben. :)
“… ist doch Disziplin unabdingbar, egal ob es freiwillig oder unfreiwillig umgesetzt wird.” versus “Disziplin ja – aber nicht unfreiwillig (=erzwungen, mit Gewalt).
Positionen und Perspektiven sind ja beileibe nichts festgenageltes sondern unterliegen der täglichen Veränderung durch den Fluß des Lebens. Und mit etwas Glück und Aufmerksamkeit, darf man irgendwann auch mal ganz ungekannte Perspektiven einnehmen.
@Thinkabout
So stößt eines das andere an und mit genug Liebe macht es Freude und dient der Wahrheit.
@Seelenleerer
Ich schätze Deine Beiträge!
Seelenleerer · 9. Juli 2010, 12:47 · #
@relax-senf
Die von Ihnen beschriebene Form der Selbstverwirklichung findet leider statt, ist in meinen Augen aber eine Form von Flucht vor den Ursachen des Problems. In meiner Praxis bekäme jemand, der solches plant, wohl gehörig den Kopf gewaschen.
Bloss in der Transformation des Schmerzes, welches für mich eigentliche Ursache des Problems ist, erreiche ich mit Annahme des Schmerzes bessere Ergebnisse.
Da hilft meist die Disziplin nicht weiter, weil es den Schmerz nur noch verstärkt, da sie noch zusätzlichen Druck aufbaut.
@uwe
Danke für die Blumen. Mit geht es genauso mit den Ihren, wobei ich noch zusätzlich über Ihre Sprachgewandtheit staune.
@thinabout
Danke für Dein liebevolles Umfeld, dass diese Gespräche erst ermöglicht.