Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Die Jeans für fünf Euro

∞  5 Dezember 2008, 12:02

Zahlen zur 5-Euro-Jeans im deutschen Discountladen:

Anteil der Lohnkosten am Kaufpreis: 1%.
Grundlohn der Näherin in Bangladesh: 29 Euro / Monat
Maixmallohn der Näherin mit Überstunden: 100 Euro / Monat
Arbeitszeit der Näherin:

08h00 bis 22h00, sieben Tage pro Woche.

15% der Bevölkerung Deutschlands interessiert sich für die Hintergründe der Herstellung von Konsumwaren.

Zahlen zu made in China:

Zwei Drittel der Chinesen müssen noch heute mit maximal 2 Euro pro Tag auskommen.
100´000 Chinesen können sich euopäische Luxusgüter leisten und verlangen auch danach.


Quelle: Majbrit Illgner, ZDF, gestern





Ablage in
Zahlen statt Worte und kurz notiert



wir Ausbeuter!


  1. randolf · 7. Dezember 2008, 22:14 · #

    Wenn die Lohnkosten nur 1% ausmachen, dann muss ich mich meiner Billigjeans nicht schämen. Warum? Es besteht offenbar kein Zusammenhang zwischen dem Endpreis und den Lohnkosten der Näherin. Bekäme sie das Zehnfache, würde sich das nicht spürbar auf den Kaufpreis auswirken. Und ob sie mehr kriegt, wenn ich eine 100-Euro-Levis kaufen würde, ist noch die Frage. Ergo: Ihr Lohn hat nichts mit meiner Kaufentscheidung zu tun.

  2. Thinkabout · 7. Dezember 2008, 22:48 · #

    @Randolf:
    Ich verstehe, wie Ihr Argument zustande kommt. Aber wenn wir dabei stehen bleiben, sind und bleiben wir Kolonialisten. Denn die Statistik beweist eines:
    Der Druck, den wir auf den Endpreis ausüben, kommt am brutalsten beim Erzeuger an.
    Das Beispiel soll Sie, soll uns vielmehr dazu animieren, generell beim Kauf nachzufragen, wo und unter welchen Bedingungen produziert wird. Es soll dazu motivieren, vermehrt nach Fairtrade-Produkten zu fragen. Noch ist dies ein verschwindend kleiner Teil der Produkte, bei dem ein kleines Land wie die Schweiz erst noch weltweit führend ist, auch in absoluten Zahlen gemessen. DAS sollte sich ändern. Organisationen wie Max Havelaar verdienen ganz bewusste Unterstützung. Und dann beweist eben die Statistik umgekehrt:
    Auch wenn ich den Bauern vor Ort, die Näherin vor Ort, gerechter entlöhne, muss der Preis für die Hose, die Banane nicht wirklich stark ansteigen.
    DAZU soll die Statistik anregen.


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