5 Jahre Thinkabout - nun ganz entspannt
Ohne die Gratulation von Gabi (danke Dir!) hätte ich es, ganz ehrlich, verschwitzt:
Heute feiert mein Blog-Ego Thinkabout den fünften Geburtstag. Dass ich darauf hingewiesen werde und ich mir nicht selbst gleich nach Mitternacht schon eine entsprechende Plakette umgehängt habe, ist ein weiteres Zeichen dafür, dass das Blog und Thinkabout erwachsen geworden sind, ohne dass sich eine innerliche Distanz zu diesem Projekt aufgebaut hätte.
Ganz einfach: Die Anfangsstürme sind vorbei. Episoden wie FACTS2.0 sind überwunden, mir ist selbst warm und behaglich in diesem Haus, und so mache ich die Fenster eben manchmal auch einen Tag lang gar nicht auf, rufe also vielleicht nicht mehr jeden Tag in die Welt hinaus, und doch ist mir dieses Sprachrohr und die Verbindung mit meinen Lesern ein Antrieb, mich immer wieder vor den leeren Bildschirm zu setzen.
Projekte wie die Blogbibliothek haben ihren Platz daneben bekommen, und das wird auch so bleiben. Aber ich werde ganz sicher weniger Projekte gleichzeitig verfolgen – oder zumindest nichts Neues anfangen, bei dem ich nicht schon dafür brenne, wenn es an mich heran getragen wird.
Die Schreibform der Kolumne war allerdings tatsächlich eine der schönsten Herausforderungen, die ich je spürte – und dieses Feuer werde ich vermehrt versuchen, in Texte hier wieder einfliessen zu lassen. Dieser Ort ist so gut dafür wie irgend ein anderes Portal.
Und nun – einem Egomanen gemäss ganz am Ende – komme ich noch zu Ihnen, liebe Leser, und zu Euch, die Ihr von Lesern zu Kameraden, Begleitern und Freunden geworden seid:
Einige von Euch lesen schon seit Anfang an bei mir, andere tun es täglich, Dritte kommen immer wieder. Daraus sind viele wunderbare Kontakte per Mail entstanden. Einige von Euch habe ich persönlich getroffen, zwei haben sich lieben gelernt, nicht wenige haben selbst zu bloggen begonnen (auf Euch komme ich in den nächsten Tagen zurück) – und das in einer sehr anregenden und wertvollen Weise – und einige Projekte sind dank Euch in Gemeinschaft entstanden. Ich habe viel Hilfe erfahren, das vor allem, Unterstützung fürs Leben und fürs Schreiben, was in meinem Fall das gleiche ist. Ich habe von mir gegeben – aber ich habe noch viel mehr zurück bekommen.
Was mit einem Blogger, einem Autor überhaupt passiert, wenn ihm ein Leser schreibt oder sagt, dass ein eigener Text berührt hat, im Herzen eines Lesers angekommen ist, das beschreibt Petra von Cronenburg hier sehr schön. Besser könnte ich es nicht ausdrücken.
Danke. Für Alles. Und auf unser Aller nächsten fünf Jahre!
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syntaxia · 17. Oktober 2009, 18:41 · #
Lieber Thinkabout,
fünf Jahre sind eine feine Zeit !
Da ist sicher viel gewachsen.
Ich lese dich nach wie vor gern und freue mich für dich!
Also dann auf die nächsten fünf Jahre voller Impressionen, Kontakte, Gedanken und so viel mehr..
..gratuliert dir Monika
Titus · 19. Oktober 2009, 03:53 · #
Auch ich schliesse mich den Glückwünschen herzlich an! Fünf Jahre ist eine laaaange Zeit, insbesondere was Internet im Allgemeinen und Blogs im Speziellen betrifft.
Doch es sind ja eigentlich nicht die fünf Jahre und auch nicht die Anzahl Artikel, die wirklich zählen. Was zählt, ist die Erkenntnis, welche man beim Bloggen und beim Blog-Lesen – einschliesslich Kommentare – gewinnt.
In diesen fünf Jahren hast Du wahrscheinlich mehr Erkenntnisse gewonnen als wenn Du fünf Jahre lang Deine Gedanken für Dich behalten hättest.
Denn bloggen, aber auch das Kommentieren, ist nicht nur ein (Nach-)Denkprozess vor der Veröffentlichung. Es ist auch ein sich-mit-seiner-Meinung-exponieren. Es ist auch, sich dem Risiko auszusetzen, in den Augen anderer völlig «daneben» zu sein. Es ist auch, sich seine Meinung oder seine Gedanken hinterfragen zu lassen.
Du hast uns Deine Gedanken immer wissen lassen, dabei auch heikle Themen angesprochen und dies alles zwar auch emotional und doch immer irgendwie unaufgeregt, ohne viel «Lärm» oder «Geschrei».
Es war immer bereichernd und ich hoffe, es wird noch einige Jubiläen geben. Auch wenn’s fordernd klingt: Bitte mach’ weiter so!
Thinkabout @ Syntaxia, Titus · 19. Oktober 2009, 13:56 · #
Liebe Monika
Danke Dir! Und ich freue mich auf die Fortsetzung.
Lieber Titus
Es war ein langer Weg, vom Anonymous bis zur Visitenkarte, auf der heute sogar diese Web-Adresse drauf steht. Heute erlebe ich es manchmal, dass mich plötzlich jemand anspricht, von dem ich nie gedacht hätte, dass er mich liest. Es sind besondere Momente, weil dabei in erster Linie davon erzählt wird, WIE der oder die Betreffende mitliest. Man ist als Schreibender oft ein einsamer Mensch. Vielleicht wird man – scheinbar offen liegend, exhibitionistisch entblösst – noch einsamer, wer weiss? Andere können von mir eine ganze Menge wissen, während ich ahnungslos bin.
Ich habe damit keine Mühe. Denn ich sehe darin nach wie vor auch eine Chance, einen Riesengewinn für mich und alle, die mir Gutes zudenken: Nur diese Gemeinschaft all jener, die das Leben begreifen, ergreifen und nicht nur ableben wollen, bringt jeden von uns jeden Tag ein wenig weiter. Und dabei darf auch herzhaft debattiert und manchmal gestritten werden.