Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.


Kurz notiert: Vereinsmeier

∞  22. August 2014, 23:32 Kommentare

Was ich am Vereinsleben so schön finde, ist, dass es so leicht fällt, sich mit Menschen unterschiedlichster Charaktere und Herkunft zu freundschaftlichen Gesprächen und Unternehmungen zu verbinden.

Ich habe heute innerhalb von wenigen Stunden erstens neue Menschen wirklich näher kennen gelernt und dabei viel Spass gehabt und viel Sympathie gespürt und weiter gegeben.

So liebe ich das Leben.

Mein Sparringpartner ist ein Lehrer

∞  21. August 2014, 22:22 Kommentare [1]

Tennis ist ein wunderbarer Sport. Ich liebe ihn und spiele sehr gerne. Ich geniesse, die Möglichkeit, diesen Sport mit Partnern unterschiedlichsten Alters ausüben zu können – und zwar so, dass alle ihren Spass haben. Also wehe, ich spiele Turnier…

Das mit dem Spass ist so eine Sache, so bald ich es darauf ankommen lasse und wieder mal Turnier spiele. Ist Tennis nur Freizeit und also Training und Plausch, so kann ich mich oft problemlos nur auf den Ball konzentrieren. Auch zwischen den Ballwechseln. Spiele ich aber Turnier, so ist in meinem Kopf die Hölle los: Ich habe gefühlt tausend Gedanken im Kopf und komme überhaupt nicht in diese Tunnelfokussierung, in der ich nur noch den Ball und den nächsten zu spielenden Punkt sehe. Ich spiele zwei Games und hüpfe in Gedanken schon in den zweiten Satz, ich beginne schlecht und sehe mich schon als Verlierer – Umgekehrtes kann genau so passieren – mit ebenso verheerendem Ergebnis. Und spiele ich schlecht, wird es bestimmt nicht besser, und ich überlege mir dann auch noch ständig, was die Zuschauer und Kollegen wohl denken, dass ich diesen leichten Ball verschlagen habe.

Kurz: Ich bin dann nicht zu gebrauchen.

Die Realität neben dem Platz kann dann sehr wohl so aussehen, dass genau diese Kollegen den Einsatz loben und finden, es wäre phasenweise doch ganz gut gewesen.
Das kann ich dann nett finden, glauben aber tue ich es nicht, ich weiss es besser. Ich weiss es immer besser. Und dann kommt mein gelegentlicher Sparringpartner und gibt mir die Hand, lobt die Volleys, die viel besser geworden wären, lächelt mich an, und sagt:

Ein Tennismatch, das Du gewonnen hast, ist eigentlich ein verlorenes Match. Denn daraus lernst Du kaum etwas. Du denkst Dich schon weiter, alles ist super, Du arbeitest nicht an Deinem Spiel. Hast du richtig schlecht gespielt, geschieht Dir das nicht. Ein schelchtes Spiel mit vielen Fehlern lässt Dich viel lernen. DAS macht Spass.

Bizarr? Vielleicht. Aber er hat recht. Mein Partner hat indische Wurzeln. Ich liebe es, mit ihm zu trainieren. Ich denke, es ist zu verstehen.

Politisches Kabarett, das uns meint

∞  20. August 2014, 23:23 Kommentare [1]

Was soll eigentlich politisches Cabaret?

istockphoto.com/deynageorgiev

Wir alle geniessen es, wenn vor allem die deutschen Kabarettisten ihre landeseigenen Politiker durch die rhetorische Mange laufen lassen. Und wir ertappen uns dabei, dass es uns doch einigermassen gut tut, die politische Zunft auch mal am Pranger zu sehen.

Man kann sich aber auch fragen, was das denn im Endeffekt bringt? Ist politsches Cabaret meinungsbildend? Beeinflusst es gar Wahlverhalten. Wenn ja, dann ist es minim. Die Wirkung, die sich feststellen lässt: Was falsch läuft, wird angeprangert, und im Sinne der Ausgewogenheit bekommen auch alle ein wenig ihr Fett weg. So wird vor allem der Umstand bedient, dass die Wähler aller Parteien Grund haben, Frust zu schieben. Und so lange die politische Kaste den Satz zitieren mag, dass jede Karikatur ihrer Person ihnen am Ende hilft, nach dem Motto, dass nur wirklich schlimm wäre, wenn man gar kein Thema abgäbe, also auch kein schlechtes – also so lange ist da auch nicht viel mit Druck, den diese abendfüllenden Programme aufbauen würden.

Womit wir dort ankommen, wo des Pudels Kern läge und der Aufrütteleffekt einsetzen könnte, wenn denn schon…: Beim Publikum. Also bei uns. Es ist nämlich ziemlich billig, den Politiker als solches immer gleich zu klassifizieren und ihm jeden kleinen Fehler ärger auszulegen, als wir das bei uns selbst je anwenden würden. Gute Politiker verdienten auch gute Bürger, und das eine ist ohne das andere nicht zu haben. Differenzieren wir bei der Beurteilung unserer Führerkaste nicht, und honorieren wir nicht den aufrichtigen Versuch, Dinge zu ändern, so werden wir auch niemanden mit Rückgrat mehr dazu motivieren können, ein politisches Amt anzustreben. Und darum sind Sketches, welche auch kritische Fragen ans Publikum und unser Verhalten als Gesellschaft mit in die Kernaussagen nehmen, wirklich richtig wertvoll. Das garantiert dann weniger die Lacher mit Schenkelklopfen, aber der kleine Kloss im Hals, der bei allem Schmunzeln nicht so leicht runter zu schlucken ist, verspricht auch mehr Nachwirkung nach der Vorstellung.

Was uns alle so kompromittieren kann

∞  19. August 2014, 14:29 Kommentare [1]

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Immer wieder muss bei Politikern darüber diskutiert werden, ob sie in ihrer Amtsführung allenfalls kompromittiert waren oder sind durch irgendwelche Schwachstellen, auf die jemand seinen Finger legen könnte – oder vielleicht in der Vergangenheit schon gelegt hat? Und wie einträglich kann es sein, als Strippenzieher die Schwäche eines Politikers schon zu kennen, ihn dann erst recht in ein Amt zu hieven um ihn da dann entsprechend kontrollieren und manipulieren zu können…

Drecksgeschäft, die Politik, nicht wahr? Und das ist alles Alltag, denke ich. Auf jeden Fall viel häufiger, als man vermuten würde.

Dennoch lassen mich solche Vorfälle immer in erster Linie über etwas anderes nachdenken: Wir alle sind kompromittierbar, ausrechenbar, wo immer wir Dinge tun, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen: Wir reden nach dem Munde, wenn wir in einer Diskussion merken, dass wir jemanden auf unsere Seite ziehen können. Wir knpüfen sofort Verbindungen, wählen Themen, von denen wir glauben, dass sie gut ankommen: Wir suchen die Zustimmung, den Applaus, die Bestätigung. Ich geniesse die heutige Bloggerruhe. Wie war das in den Anfängen? Da gingen sie hin und her, die Link-Austausch-Aktionen, mit denen man den eigenen Lesern einen Querverweis auf eine Seite anbieten sollte, die einen selbst überhaupt nicht interessierte, Hauptsache, diese andere Seite hatte einen Link auf das eigene Blog platziert, so dass die Leser dort, die kaum sich umgekehrt für diese andere Schreibe interessieren dürften, trotzdem hergelockt werden könnten. Oder wie schnell ging es, dass man nicht mehr Tagebuch schrieb nach Massgabe dessen, was einen wirklich selbst beschäftigte, sondern danach, was wohl gelesen werden wollte? Und das machte nicht Halt bei der Themenwahl, wie ich oft beobachten konnte.
Und die Energie, die wir verbraten haben, um heraus zu finden, welche Key-Wörter mehr Aufmerksamkeit erzeugen konnten, um die dann möglichst zu Beginn in Artikel zu integrieren? Was für ein Kopfschütteln muss man denn dafür ernten!

Und was tun wir alle, wie weit gehen wir, weil wir an einer Aufgabe hängen, einem Amt, einer Stellung?

Wenn Politiker wie Schavan, zu Guttenberg oder nun in der Schweiz Geri Müller sich dann zu Unregelmässigkeiten in ihren Ämtern erklären, wird vor allem letztere Frage brennend, und man fragt als Beobachter erschreckt, wie die Protagonisten allen Ernstes meinen können, mit dem Offenbarten liesse sich ihre Position halten? So wird es meistens zum bösen Schluss hin wirklich peinlich.

Das Kind, das eigene

∞  18. August 2014, 21:23 Kommentare [4]

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Seit Jahren bekomme ich intensiv Prozesse mit, in welchen das besondere Verhältnis, das Eltern zu ihren Kindern haben (können), mich immer wieder verstört.

Selbst bin ich nur Sohn, nicht Vater, und vielleicht macht mich das ein bisschen Fragender, habe ich weniger Verständnis oder sehe keine Möglichkeit, gewisse Beobachtungen einzuordnen:

Was ist das für eine Aussage, wenn die Mutter von einem Auftritt ihres Sohnes erfährt, und die grösste ihrer Sorgen die ist, ob der Sohn sich blamiert haben könnte? Oder umgekehrt sich überheblich zeigte? Einen Sohn, wohlverstanden, den sie jahrzehntelang dazu erzog, genau das nicht zu sein, zu tun? Hat sie so wenig Zutrauen zu ihm, oder zur eigenen Erziehung? Was für ein Stress, wenn sie ständig befürchtete, sie bekäme Grund, sich zu schämen? Und was für eine Anmassung darin liegen kann, sich partout glauben schämen zu müssen!

Oder die Eltern, die den Nachbarn eher glauben als der eigenen erwachsenen Tochter? Wer was wie wohl wirklich gesagt hat?

Und was ist mit dem Vater, der unter mehrern Angestellten für alle ein Lob hat, nur die Tochter hat praktisch keine Chance, ein solches zu hören? Bekommt er dann aber wirklich ein Problem, ist sie doch diejenige, die es lösen soll…

Warum gibt es so viele Eltern, die so hart zu ihren Kindern sind? Auf eine Art und Weise, die sehr unreif auf mich wirkt.

Tritt das Alter seinen Schleppzug an, ist kaum mehr der Zeitpunkt, an diesen Dingen zu rühren. Es lässt sich dann nur hoffen, dass jene Momente, in denen die erhaltene Hilfe erkannt und verdankt wird, es dem Kind leichter macht, seine Eltern auch mal als Erwachsene zu sehen – so, wie sie von Herrn und Frau Nachbar gesehen werden und für das Kind doch gar nicht sind. Oder doch? Ein wenig? Die Sicht von oben nach unten und umgekehrt lässt oft ins Dunkel blicken oder ins Gegenlicht blinzeln. Manchmal hilft auch nur Abststand und die Tatsache, dass das eigene Leben zu haben keine Utopie ist, sondern ein Teil des eigenen Lebensentwurfs – des Sinns der Erziehung.

Die Strahlefrau im Elend

∞  17. August 2014, 23:21 Kommentare

Der Sport schreibt schon verrückte Geschichten. Jetzt habe ich erst gerade hier von Schweizer Leichtathletinnen berichtet und dem sympathischen Auftritt der Schweizer Sprinterin Mujinga Kambundji, die so etwas wie zum einheimischen Star der Leichtathletik-EM wurde – Vierte über 100m, Fünfte über 200m, drei Schweizer Rekorde, ein sympathischer Auftritt ohnegleichen.

Und dann will sie im Final der 4×100m-Staffel etwas an ihre Kolleginnen zurück geben und als Startläuferin zum Erringen einer Medaille beitragen – und verliert nach zwei gelaufenen Metern den Stab. Aus der Traum – der einzige, der ihren Kolleginnen geblieben wäre. Von der Königin zur Versagerin innert drei Tagen.

Und was geschieht? Drei Läuferinnen, die während Jahren sehr Vieles auf dieses Projekt ausgerichtet haben, nehmen Kambundji in ihre Mitte und überrecden sie zu einer Stadionrunde. Und das Publikum sorgt für Gänsehautfeeling.

Die Episode zeigt: Nirgends anders kann man innert kürzester Zeit die ganze Spannbreite von Erfolg und Misserfolg durchleben wie im Sport. Und nichts ist brutaler, als im Team zu verlieren und daran Schuld zu tragen – und doch ist es unser aller Problem, dass wir irgendwann Fehler machen, die für andere Auswirkungen haben. Damit ist umzugehen – von uns selbst und den Betroffenen auch.

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Video, für Leser in der Schweiz
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Artikel zum Ereignis auf srf.ch

Alt werden. Ja?

∞  16. August 2014, 23:55 Kommentare [1]

Der Schweizerische Beobachter hat das Thema gerade abgehandelt: Die Menschen, die heute bei uns geboren werden, werden statistisch wohl hundert Jahre alt. Aber wie?

Wenn man deutlich in die zweite eigene Lebenshälfte eingedrungen ist – für unser einer ist das jenseits der fünfzig noch eindeutig der Fall – dann häufen sich die Einblicke ins hohe Alter: Die eigenen Eltern rücken in Bereiche vor, in denen die so hoch gepriesene Selbstbestimmung ihre Grenzen erfährt. Und immer häufiger werden die Beispiele, die wir alle in unserem Umfeld sehen können:

Menschen, die altern, die biologisch funktionieren, aber geistig sich zurück bilden, oder Menschen, die geistig sehr fit sind, aber körperlich immer grössere Probleme haben. Menschen, die körperlich funktionieren, deren Organismus beständig neu eingestellt, justiert werden kann, so dass dem einen Antrieb Folge geleistet werden kann:

Leben.

Mag es noch so wenig mehr beinhalten. Und die Alterung stellt ständig neue Aufgaben – und die Medizin flickt und injiziert und medikamentiert…

Dabei gäbe uns der Körper doch so viele Signale! Wie wir zum Beispiel den Appetit verlieren. Wir plötzlich Dinge nicht mehr essen mögen, die uns doch immer lieb und teuer waren.

Wir kennen alle die Gespräche: Du musst halt mehr spazieren gehen! Dich überwinden! Jemanden fragen, dass er mit kommt. Du musst mehr essen! Du musst trinken.

“Du musst…”

Wirklich? Und dann kommt er wieder, der (Über-)Lebenstrieb, und es ist so schwer, die tiefere Motivation dahinter zu spüren… Was ist wie bewusst geäusserter Willen, was nur Reflex?

Wie schön der Moment wohl sein kann, wenn es heisst: Ich mag nicht essen – und die Antwort folgt: Dann lassen wir es stehen. Der Körper ist dem Geist oft näher, als wir es ursprünglich wollen, aber er kann es so viel leichter machen. Manchmal weiss er viel früher, was genug ist, und die Qual besteht nur darin, den Geist überzeugen zu müssen.

Das Gegenteil aber ist brutal – und ich denke an Menschen, die ich kenne, welche diesen Kampf immer wieder in Wellen ausfechten müssen, nicht aus Altersgründen, ohne dass es mir wirklich möglich wäre, zu helfen, weil er auch ein Mysterium bleibt, dieser Kampf zwischen dem kranken Körper und dem Geist. Es ist so wichtig, dass dies privat sein darf oder wieder sein dürfte: Niemand kann für jemand anders entscheiden, wie weit er diesen Streit in sich beherbergen “muss”. Wir sollten für ein gutes Leben auch das Sterben wollen, es schon dann als Aussicht akzeptieren können, wenn wir im Grunde glauben, keinen Gedanken daran verschwenden zu müssen…

Spitzensport mit ansteckender Freude

∞  15. August 2014, 13:42 Kommentare [2]

Sport, wie er viel öfter sein sollte:

In Zürich finden zur Zeit die Leichtathletik-Europameisterschaften statt. Das ist, wie wenn die Ski-WM in Liechtenstein stattfinden würde. So versprengt sind die Schweizer Athleten, die man nennen könnte, wollte man welche finden, die wirklich vorne mitlaufen, springen oder werfen können. Und Sport in Zürich ist generell so eine Sache. Die Stadien sind immer halb leer, egal, ob es um Eisstockschiessen oder Fussball geht. Aber: Wir haben ein tolles Leichtathletikstadion und als Veranstalter auch eine grosse Tradition. Und wir haben vielleicht nicht immer volles Publikum, aber die, welche hier sind, feiern die Sportler. Womit ich bei der Botschaft dieses Artikels angekommen bin:

Spitzensport ist auch, wenn Athleten jahrelang trainieren und seriös leben, um dann bei der Heim-EM im Gehen über 20km an den Start gehen zu dürfen – und neunzehnte zu werden. Im Ziel ist Laura Polli dann überglücklich und gibt zusammen mit ihrer Schwester Interviews, völlig enthusiastisch über die Atmosphäre, die vielen Zuschauer, die Freunde, die aus dem Tessin her gereist wären und all die Freunde des Geher-Sports aus der ganzen Schweiz, die hier wären und all die Leute an der Strecke und der Applaus -und das gute Resultat, denn nach Starterliste wäre sie nur knapp für Platz dreissig gut gewesen.

Und das Allerschönste daran: Man freut sich mit, zieht den Hut vor der Leistung – und das Fernsehen überträgt es auch noch!

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Ins Bild passt da auch eine Frau mit dem schönen Namen Mujinga Kambundji, die im breitesten Strahlelächeln in ebenso breitem Berndeutsch Auskunft gibt – über Topleistungen. Vierte ist sie geworden über 100m im Final. Saumässig gut ist das. Und dass die Medaille nicht erreicht wurde? Pffft. Egal. Es wird gefeiert und gestrahlt, und ich bin ziemlich sicher, dass das viele Kinder für Leichtathletik begeistern wird. Denn es zählt dafür mehr als das nackte Ergebnis. Einfach herrlich, dieser Event. Das IST nun wirklich mal einer!

Leben ohne Gefühl?

∞  14. August 2014, 19:06 Kommentare

Sind “wir” wirklich so busy, wie es immer klingt, schlingern wir tatsächlich immer knapp am Burnout vorbei? Oder ist der Burnout nicht viel eher häufig ein “Bore-out”, wie dieser Artikel fragt.

So manches, was wir von Mund zu Mund tragen, entspricht womöglich gar nicht dem tatsächlichen Zustand der Gesellschaft? Die Sättigung in unserer Wohlstandsgesellschaft ist womöglich tatsächlich so weit fortgeschritten, dass wir schon ins Schwitzen geraten, wenn wir hin zur Promo beim Lebensmittelhändler kurz vor Ladenschluss laufen müssen?

Im Ernst: Manchmal frage ich mich schon, was wir so an “Nachrichten” noch wahrnehmen – und wie wir überhaupt noch einschätzen können, was uns und Nachbarn wirklich bewegt? Es gibt ja kaum mehr Stammtischgespräche. Wer von uns hat sich früher noch regelmässig mit Kollegen zum Sport und Bier oder zum Bier ohne Sport getroffen – und kann nicht berichten, dass sich das irgendwie auseinander gelaufen hat?

Ein Nackenschlag

∞  13. August 2014, 21:53 Kommentare [1]

Manchmal bekommt man mit, wie das Leben spielen kann. Kein Krieg weit und breit, keine unmittelbare materielle Sorge. Die Familie steckt voller Pläne. Dann klingelt es eines Abends an der Tür, und alles ist anders.
Die Mutter nimmt den Kleinen auf den Arm, während das Zweite Kleinkind im Kinderzimmer schreit. Sie öffnet die Tür, und draussen steht ein fremder Mann in Uniform und mit grauem Gesicht.

Sind Sie Frau X? Es tut uns leid… Ihr Mann hatte einen Unfall…

Mit einem Schlag ist alles anders. Und was eben noch ein Nest der Geborgenheit war, hat plötzlich keinen Boden mehr…

Wie schwer kann das Leben sein, wie leicht ist es für andere zu bewältigen? Nach welchem Plan wird uns was beschieden, zugewiesen, geschehen? Niemand vermag es wirklich zu sagen. Es gibt nur die Lebenskunst, die immer die Gegenwart bejahen kann – oder zumindest wieder dazu findet, und mehr Energie darauf verwenden kann, in die Zukunft zu blicken, als die Vergangenheit zu bedauern.

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