Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.


Ein Ferienbild

∞  15. April 2014, 18:54 Kommentare

Erst wenn der Alltag wieder Einzug hält, bemerke ich die kleinen Dinge, mit denen ich meine Ferien gefeiert habe. Da ist zum Beispiel die zweite Tasse Kaffee.

Zuhause gibt es sie auch, diese zweite Tasse. Und ich freue mich, wenn sie mir einfällt, weil ich mir damit was Gutes tun kann. Aber ich husche rasch weg und stelle sie dann hin, und weiter ziehen sie, die Gedanken. Irgendwann bemerke ich die Tasse wieder, und dann ist sie womöglich wenigstens halb leer, ganz sicher aber kalt.

In den Ferien ist das ganz anders. In den Ferien zeigt die zweite Tasse: Es ist gefrühstückt, Leute. Die zweite Tasse wird ausgeschenkt, wenn da kein Brötchen mehr zu streichen ist, kein Saft mehr getrunken wird, die Lebensgeister am Tisch angekommen sind und doch zu versprechen scheinen, der Tag könne durchaus endlos dauern – und zwar genau in dieser Stimmung, die nun da ist.

Diese zweite Tasse Kaffee lässt mich die Beine über einander schlagen und die Hände im Schoss falten. Ich hebe mein Kinn an und blicke tatsächlich nach vorn, bis ans Geländer, entdecke die Blumen, und dann lasse ich den Blick weiter schweifen, ohne dass er irgend was aufnehmen müsste. Er muss mir nur beim Atmen helfen, und gut is. Alles ist gut. Für anderes ist einfach kein Platz. Und aus der Tasse duftet es und das sanfte braune Rinnsal, das vom Rand nach unten tropft wird nicht weg gemacht.

Wenn der Kaffee, egal wie viel schlechter er sein mag, als zuhause, besser zu schmecken scheint als jede zweite Tasse, die ich je getrunken habe – dann haben meine Ferien wirklich begonnen.

Die teure Gesundheit

∞  14. April 2014, 20:28 Kommentare

Die Abrechnungen der Leistungen unserer Gesundheitseinrichtungen kontrollieren zu wollen, ist eine spezielle Herausforderung. Aber auch mit dem versöhnlich gestimmten Versuch, die Systematik und Linie hinter den Grundlagen dieser Leistungsberechnungen zu verstehen, muss man einfach grandios scheitern. Ein Fallbeispiel.

Uns liegen zwei Abrechnungen für eine Taxifahrt vor. Der Patient wurde in beiden Fällen mit dem Taxi vom Spital in eine Pflegeeinrichtung gefahren, bekommen haben wir vom Spital folgende Abrechnungen:
Für eine Fahrt über 3.8 km, nach Google Map mit einem Zeitbedarf von 6 Minuten – im einen Fall verrechnet zu 50 Franken. Im zweiten Fall zu CHF 150.—
Erklärend ist dabei bei der ersten Rechnung noch der Zusatz angebracht, dass der Taxifahrer 20 Min. warten musste – bei der kleineren Rechnung über 50 Franken, wohl verstanden…
Die Rechnung begleicht am Ende die Sozialgemeinschaft (die Fahrten dürften als Krankentransporte gelten und versichert sein). Diese Gemeinschaft kann derweil in der Zeitung lesen kann, dass Physiotherapeuten sich – bei schon bestehenden Hungerlöhnen – für eine moderate Tarifanpassung fünfzehn Jahre lang mit den Krankenkassen streiten mussten.

Und in der Abrechnung vom Hausarzt finden wir Telefongespräche aufgeführt – an jenem Tag, an dem er ferienhalber nicht verfügbar war.

Wenn also über Banker oder Sozialschmarotzer hergezogen wird, wage ich den Einwurf, dass es auch in der Branche der weissen Kittel nicht gerade saubermännisch zu und her geht.

Ziehen sich eigentlich einfach überall und jederzeit alle gegenseitig das Geld aus den Taschen, während man einhellig über die Steuerhinterzieher schimpft?

Oder sind wir einfach gedankenlos und klagen wir nur gelegentlich über die Sozialkosten, weil es ja alle tun, aber bestimmt niemand zurück buchstabieren möchte?

Zurück in der Arbeitswelt, und gleich als Stänkerer

∞  13. April 2014, 13:21 Kommentare [1]

Ich bereite die erste Arbeitswoche vor, mit privaten und beruflichen Vorhaben. Ich bin ein paar Verpflichtungen eingegangen, auch privat, und ich erfülle diese gerne, aber es gibt da einen Punkt, der mir grosse Mühe macht, je länger je mehr.

Ich bin gestärkt: Ich hatte Ferien, und sie haben ihren Sinn vollauf erfüllt. Ich habe mehr als zwei Wochen lang am Stück nicht an die Pendenzen und Anstände zuhause gedacht, und zum Ende bin ich gern nach Hause gekommen. Es kommt schnell wieder viel auf uns zu, aber wir sind gut gestimmt und willens, das alles anzunehmen, und gerade im Moment macht mir auch keine Schwierigkeiten, dass ich mich dabei auf verschiedenen Ebenen bewege und allerlei im Blick haben muss. Aber eines, liebe Freunde, für die ich das mache und denen ich damit “zudiene”, eines macht mir je länger je mehr Ärger:

Es ist unendlich mühsam, dass man den Dingen immer hinterher rennen muss: Die Mühsal beginnt, bevor man die Arbeit leisten kann. Denn, zum Beispiel, um einen Artikel fürs Web schreiben zu können, braucht man erst die Informationen dafür. Also, die Basics. Wenn man persönliche Daten modifizieren soll, wäre dafür notwendig, dass man eine Reaktion auf Anfragen bekommt. Um eine Saisoneröffnung in einem Sportclub zu kommunizieren, wäre es schön, man müsste nicht selbst nachfragen, wie es denn nun genau aussieht und ob die Anlage schon bereit gestellt werden konnte oder nicht. Wenn der Webmaster weniger weiss als ein Teil der Mitglieder, dann kann er nicht dafür sorgen, dass im clubeigenen Organ alle informiert werden. Eigentlich logisch – und saugmässig schade, wenn man ein solches Organ hat, dafür gelobt wird, dann aber diese Basics fehlen.

Nun, mein Problem haben Viele. Ich kann immer wieder nur staunen, wie spät Menschen in den Sinn kommt, dass sie eigentlich eine bestimmte Dienstleistung bräuchten – bis es fast zu spät ist. Und warum, bitteschön, muss dann immer ein Dritter dafür sorgen, dass die Dinge doch noch irgendwie auf die Reihe kommen? Das macht keinen Spass… Also schreibe ich heute spätabends wieder mal eine Handvoll Mails, dass irgendwann der Spass doch beginnen kann… jetzt aber geht es erst mal in die Sonne.

Die Veränderung der Schweiz

∞  12. April 2014, 12:20 Kommentare

Aus der NZZ (Print) von gestern:

Innerhalb einer Generation hat sich das Gesicht der Schweiz stark verändert. Zwischen 1990 und 2012 ist die Bevölkerung um 18, der Bestand an Personenwagen um 34, das Bruttosozialprodukt um 36, die Wohnfläche um 36 sowie die Industrieproduktion um 54 Prozent gewachsen.

Es sind dies die Fakten, die so manchem Schweizer auch seine Wahrnehmung bestimmen: Es wird zunehmend noch enger bei uns. Dass dies Wohlstand nicht ausschliesst, stimmt. Aber womöglich wollen wir ihn wirklich nicht um jeden Preis.

Feriengänger

∞  11. April 2014, 16:08 Kommentare

Da beobachtet man Walrosse am Strand und wundert sich, wie sie stundenlang bewegungslos in der Sonne liegen können. Und dann logierst du ein paar Tage in einem Strandhotel…

*

Tennis ist ein Sport, bei dem die Tagesform viel bewirken kann(in welchem Sport ist das nicht so?). Leider gilt auch, dass diese Unterschiede um so schmerzhafter zu Tage treten, je unausgereifter dein technisches Niveau ist… Und so schwankt unsereiner zwischen der absoluten Überzeugung, dieser Sport wäre geradezu für uns erfunden worden und dem Wunsch, den Schläger in die Ecke zu werfen, wo er, bitteschön, auch für immer bleiben soll…

*

Wir wollen die letzten Tage kürzer treten, sagen wir, denn wir sind, am Ende der Reise, müde. Fragt der Kollege, ob das denn überhaupt Ferien gewesen wären… Sind es. Erholung ist nicht nur eine Frage der Schlaf- und Liegestunden. Da können Walrosse noch so sehr anderer Meinung sein…

Feriengänger

∞  11. April 2014, 16:07 Kommentare

Da beobachtet man Walrosse am Strand und wundert sich, wie sie stundenlang bewegungslos in der Sonne liegen können. Und dann logierst du ein paar Tage in einem Strandhotel…

*

Tennis ist ein Sport, bei dem die Tagesform viel bewirken kann(in welchem Sport ist das nicht so?). Leider gilt auch, dass diese Unterschiede um so schmerzhafter zu Tage treten, je unausgereifter dein technisches Niveau ist… Und so schwankt unsereiner zwischen der absoluten Überzeugung, dieser Sport wäre geradezu für uns erfunden worden und dem Wunsch, den Schläger in die Ecke zu werfen, wo er, bitteschön, auch für immer bleiben soll…

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Wir wollen die letzten Tage kürzer treten, sagen wir, denn wir sind, am Ende der Reise, müde. Fragt der Kollege, ob das denn überhaupt Ferien gewesen wären… Sind es. Erholung ist nicht nur eine Frage der Schlaf- und Liegestunden. Da können Walrosse noch so sehr anderer Meinung sein…

Ballermann in der Höhlenkaverne

∞  10. April 2014, 19:15 Kommentare [1]

Die Höhlenwohnungen von Guayadeque – sie sind auf Gran Canaria eine Touristenattraktion – aber vielleicht nicht so, wie wir sie heute gesehen haben…

Sie sind durchaus speziell, auch wenn die Überreste tatsächlich nur noch aus Gründen des Tourismus “lebendig” bleiben. Denn das, was daraus gemacht wird – du lieber Mann:

Ein einziger Felsen ist das eigentliche Ziel der Touristenbusse. Dort gibt es – natürlich – auch eine ganz im Felsen liegende Kaverne, wo Getränke und Mahlzeiten ausgeschenkt werden. Und diese Höhle war gut besucht, als ich da reinkam. Mir schwappte der Geruch von gebratenem Fleisch und vielen Körperausdünstungen entgegen. An den wenigen Tischen sassen dichtgedrängt deutsche Urlauber über deutschem Essen, und ganz hinten thronte ein armer Kerl: Ein Einmannorchester, das die Schar mit deutschem Liedgut, ausnahmslos Schunkelträllereien, zu beschallen hatte.

Mir war schon zu Ohren gekommen, wie sich jemand in einem touristischen Zentrum am Abend in Maspalomas wie an einer Ballermann-Party für Pensionäre gefühlt hatte. Hier ist ganz offensichtlich etwas davon in die Berge hochgeschwappt…

Womit wir bei den schönen Dingen sind: Das Barranco de Guayadeque ist tatsächlich sehr schön, die Autofahrt da hinein zwar relativ kurz, aber sehr malerisch. Man kann rund um die Höhlen auch wandern, und ich glaube, dass das durchaus reizvoll ist. Ansonsten: Die Höhlen sind natürlich was Spezielles, aber so mancher Tourist eben auch. Darum die Höhlen, wenn sie am Weg liegen, durchaus besuchen, aber wohl nicht ganz so viel Zeit dafür einplanen.

Dafür hätten wir nie gedacht, dass wir im nahen Städtchen Agüimes richtig hängen bleiben würden. Wir haben da eine sehr beschauliche Ruhe angetroffen, ohne dass das Dorf ausgestorben wirken würde. Rund um die Kirche lohnt sich das Flanieren durch die stillen, nicht allzu engen Gässchen und für Fotografen gibt es hier und da wunderbare Details zu entdecken oder ganze Gässchen abzulichten: Die verschieden farbig gestrichenen Häuser, viele in Erdtönen gehalten, geben dem Ort einen friedlich-malerischen Charakter. Und im kleinen Restaurant am Kirchplatz gibt es typische kanarische Speisen zu kosten – sehr lecker zubereitet.

Es war unser letzter geplanter Ausflug – und ich habe ihn sehr genossen!

Ausflugsfreude

∞  9. April 2014, 23:41 Kommentare

Wir fahren durch Gran Canaria – mit einem wunderbaren Reiseführer. Und wir erleben einen Bilderbuchtag mit wunderbarem Wetter auch im Norden der Insel und mit einer Freude, die den Vegetarierfrust, den ich gerade noch zum Ausdruck brachte, gleich wieder beschwichtigt.

Wir flanieren besinnlich vergnügt in Puerto Mogan und wir kurven durch die Bergwelt nach Artenara.

Wir staunen auch als Schweizer über eine wunderbare Bergwelt, und wir haben auch als Schweizer, wenigstens ein Teil von uns, mit den engen Kurven so unsere Schwierigkeiten. Aber alle Mägen beruhigen sich wieder, und zum Abschluss geniessen wir im Restaurante Martell in El Madronal wunderbare Tapas-Kreationen. Und die sind mit so viel Liebe und Können zubereitet – es ist eine Wonne, die noch immer anhält… Zumal diese gleiche Aufmerksamkeit uns Vegetariern galt, die wir dazu noch extra-Gerichte bekamen. Wir sind hellauf begeistert, auch weil der arme Koch samt Kellner am Abend des rein spanischen Champions League – Viertelfinals wohl die einzigen Dorfbewohner waren, die arbeiten mussten. Und wie sie das taten!

Schwierig mit den Vegetariern

∞  8. April 2014, 13:47 Kommentare

Vegetarier sein ist ganz leicht. Man kann das auch praktizieren und dabei das Essen geniessen, es wirklich als einen wesentlichen Teil der Freude im eigenen Leben betrachten. Daheim. Auswärts bleibt das schwierig. Und manchmal mühsam. Auf Teigwaren und Salat reduziert zu werden, ist auf die Dauer irgendwie peinlich, vor allem, weil einem irgendwie jegliche Lust am Essen abgesprochen wird. Es tut mir auch leid, dass viele Kollegen und Freunde damit – zum Beispiel bei Gegeneinladungen – überfordert sind, und das will ich auch nicht. Das alles hat dazu geführt, dass wir in den letzten Jahren die Zahl unserer Auswärtsessen mit Freunden massiv reduziert haben (Vegetarier sind wir seit knapp nach der Jahrtausendwende). Es macht einfach allen Beteiligten so viel weniger Stress.

Angesichts meiner Wahrnehmungen frage ich mich auch, wo die 15% Vegetarier eigentlich sind, die es schon geben soll? Bitte jetzt nicht falsch verstehen: Jede Stadt hat heute wohl ein Restaurant mit einem gewissen vegetarischen Angebot – und Sie Alle dürften spontan so ein Restaurant nennen können. Aber das ist nicht das, was ich meine. Ich wünschte mir eine Kultur, die vegetarische Kost weder am Tisch noch in der Küche als Strafaufgabe verstünde, und Köche, die sich von dieser Aufgabe, variabel kreativ “auch so was” zu kochen, herausgefordert fühlen würden – und nicht beleidigt, nur weil ich das Filet verschmähe.

<p

Europäische Bankenunion - ein Geschäftsmodell ohne Beispiel

∞  7. April 2014, 21:54 Kommentare

Also, ich habe ja Ferien, aber die Sache verträgt keinen Aufschub, nachdem ich gestern im Netz diesen Aufruf entdeckt habe:

Petition zur Europäischen Bankenunion / Zwangsabgabe

Keine Ahnung, aus welcher Ecke das kommt, keine Ahnung, ob die Anzahl Unterzeichner bis heute für diese Ecke viel oder zu wenig ist – knapp 25´000 sind aber nach meinem Empfinden viel zu wenig – ganz generell bin ich irritiert, wie klein das Thema in der Presse behandelt wird und wie gering die Unruhe beim Volk ist – es sei denn, diese Volk hätte schon längst vollzogen, was sich bei mir erst einstellt: Die Verabschiedung von der Vorstellung, dass der Staat das Instrument seiner Bürger ist – vielmehr richtet er sich zunehmend gegen seine eigene Brut, im Würgegriff der Zwänge, die Fed, EZB und Finanzindustrie als Ganzes längst aufgebaut haben:

Die EU will sie nun also verabschieden: Gesetze, die legitimieren, dass bei einer Pleite-Bank, die abgewickelt werden soll, an vorderster Front die Sparer zur Kasse gebeten werden, und sie ihre Einlagen verlieren. Es ist weniger als sechs Jahre her, als sich auch Frau Merkel nach längerem Taktieren dazu veranlasst sah, genau solche Bankguthaben der Bürger als “garantiert” zu deklarieren, nach dem Motto: Wenn die Bank pleite macht, greift der Staat dem Bürger unter die Arme. Jetzt geht es darum, dass die Selbstregulationen der Finanzindustrie viel zu wenig weit gehen und die vorgesehenen Sicherungsbeiträge nirgends hin reichen, ganz abgesehen davon, wie sie gewonnen werden sollen – jetzt geht es darum, dem Bankkunden ganz offiziell zu verklickern, dass künftig folgendes gelten soll:

Zu einer Bank kann man verschiedene Verbindungen haben:
Als Aktionär ist man Miteigentümer. Man kann sich – beschränkt – über deren Geschäftspraxis, Leitlinien und aktuelle Ausrichtungen informieren und Spekulationen, die sie tätigt, in Kauf nehmen, spannend finden – oder ablehnen. Als Aktionär und Eigentümer ist man Teil des Spiels und gewinnt oder verliert mit der Bank. Alles andere wäre noch schöner…

Als Sparer ist man Kunde der Bank. Man stellt ihr Geld zur Verfügung und bekommt dafür eine Gegenleistung. Angesichts der geringen Zinsen kann man auch sagen, dass man sein Geld zur Sicherung auf der Bank verwahrt. Es gibt Leistung und Gegenleistung, gerade so, wie wenn Sie, zum Beispiel, ein Auto mieten. Stellen Sie sich vor, Ihr Autovermieter würde sein Geld nun falsch angelegt haben – und Sie in der Folge damit konfrontieren, dass Sie das Auto früher zurück zu geben haben, ohne dass Sie was zurück bekommen, weil er sonst pleite geht.
Sie gingen also mit jeder Automiete eine pauschale Haftung für jegliche Aktivkitäten Ihres Autovermieters ein – und es würde gesetzlich festgeschrieben, dass das rechtens ist.

Wären Sie damit einverstanden? Genau das aber wird zukünftig von uns Sparern als Bankkunden erwartet. Und der Staat alimentiert dieses Vorgehen auch noch und glaubt, scheinbar nicht zu unrecht, dass er damit auch noch durchkommt. Nichts illustriert besser, was momentan in unserer Gesellschaft geschieht:
Der Staat beschäftigt sich mit seinen Bürgern nur noch, wenn er nach Steuerbetrügern sucht, und der Bürger schaut auf jene, die es erwischt, empört sich womöglich auch, bekommt aber sehr wohl mit, wie sich die Tarife verschieben – und glaubt immer leichter jenen, die ihm auslegen, dass er, der Bürger, für sein eigenens Steuergeld doch im Grunde keine oder viel zu wenig Gegenleistung bekommt.

Wir werden eine von Repression bestimmte Geldgesellschaft, in der die Finanzströme das ganze Gebilde am Leben erhalten – und dafür Fakten schaffen, unablässig und immer restriktiver. Und der Staat sieht zu, wo er bleibt, im Kungel mit jenen, die er selbst kontrollieren sollte, befände er sich denn noch mit ihnen auf Augenhöhe.

Am 15. August will die EU über die Resolutionen abstimmen. Und natürlich wird sie es auch tun. Wie gut wir verstehen, was dabei geschieht, und wie sehr sich damit unsere Welt verändert, wage ich kaum zu beurteilen. Mir wird auf jeden Fall immer kälter.

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